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Kritikpunkt: "Einst haben die Mormonen schwarzen Brüdern das Priestertum nicht übertragen. Ich möchte kein Mitglied in einer rassistischen Kirche sein "

Interessante Gedanken dazu: (wichtige Quelle dieses Artikels: https://www.lds.org/topics/race-and-the-priesthood?lang=deu&_r=1&old=true)

ALLE sind eingeladen - schwarz und weiß

In der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) sind ALLE willkommen. Der himmlische Vater schuf alle Rassen und Ethnien, da ist niemand bevorzugt.

... passende Schriftstellen:

Da tat Petrus den Mund auf und sagte: »Nun erkenne ich in Wahrheit, daß Gott nicht die Person ansieht, sondern daß in jedem Volk der, welcher ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt, ihm angenehm (oder: für ihn zur Annahme geeignet) ist. Apostegeschichte 10: 34,35 (Menge Übersetzung)

Er hat auch gemacht, daß das ganze Menschengeschlecht von einem einzigen (Stammvater) her auf der ganzen Oberfläche der Erde wohnt, und hat für sie bestimmte Zeiten ihres Bestehens und auch die Grenzen ihrer Wohnsitze festgesetzt. Apostegeschichte 17: 26 (Menge Übersetzung)

... denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person. Römer 2:11 (Menge Übersetzung)

Sagt doch die Schrift: »Keiner, der auf ihn sein Vertrauen setzt (oder: an ihn glaubt), wird zuschanden (= enttäuscht) werden. Denn hier gibt es keinen Unterschied zwischen dem Juden und dem Griechen: sie alle haben ja einen und denselben Herrn, ihn, der sich reich erweist an allen, die ihn anrufen ... Römer 10:11,12 (Menge Übersetzung)

Denn ihr alle, die ihr in (oder: für, oder: auf) Christus getauft worden seid, habt (damit) Christus angezogen. Da gibt es nun nicht mehr Juden und Griechen (= griechisch redende Heiden), nicht mehr Knechte (= Sklaven) und Freie, nicht mehr Mann und Weib: nein, ihr seid allesamt Einer (oder: eine Einheit) in Christus Jesus. Galater 3:27,28 (Menge Übersetzung)

Denn keine dieser Übeltaten kommt vom Herrn; denn er tut unter den Menschenkindern das, was gut ist; und er tut nichts, was nicht klar ist für die Menschenkinder; und er lädt sie alle ein, zu ihm zu kommen und an seiner Güte teilzuhaben; und er weist niemanden ab, der zu ihm kommt, schwarz und weiß, geknechtet und frei, männlich und weiblich; und er gedenkt der Heiden; und alle sind vor Gott gleich, die Juden ebenso wie die Andern. Buch Mormon 2. Nephi 26:33 ... die Worte Nephis ... um 559–545 v. Chr.

 

Die Realität bis 1978

Ca. von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1978 wurden Männer mit schwarzafrikanischen Vorfahren nicht zum Priestertum ordiniert. Auch die Teilnahme am Endowment und zu Siegelungen im Tempel war für schwarze Männer und Frauen nicht möglich.

Das damalige rassistische Umfeld

Um 1830 (Gründungszeit der Kirche) waren Rassentrennungen, Rassenvorurteile und Rasssenverbote, Sklavenhaltung in der Gesellschaft und in vielen christlichen Kirchen (getrennte Gemeinden) durchaus üblich und fest verankert. Heute passt dies nicht ins Bild, damals war das Ganze der "normale" Alltag.

Die Zeit von Joseph Smith

Die Kirche Jesu Christi öffnete von Anfang an jeder Person den Zugang zum Evangelium durch die Taufe und die Mitgliedschaft, unbhängig von Rasse und Herkunft. Kurz vor seinem Tod, nahm der Gründer der Kirche (Joseph Smith) eine klare Position gegen die Sklaverei ein. In der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) gab es zudem niemals eine Vorschrift zur Trennung von Gemeinden nach Rassen, es sei denn örtliche Sitten und Gesetze liesen gemischte Gemeinden nicht zu (z.B. in Südafrika oder im Süden der U.S.A.) In der Kirchen-Anfangszeit gab es einige Priestertums-Ordinierungen von schwarzen Männern. Elijah Abel war einer von ihnen. Er beteiligte sich auch an Tempelzeremonien in Kirtland (Ohio) teil und ließ sich stellvertretend für verstorbene Angehörige in Nauvoo (Illinois) taufen. Es gibt KEINE Hinweise darauf, dass während der Lebzeit von Joseph Smith schwarze Männer vom Priestertum oder von Tempelzeromonien zurück gehalten wurden.

Das offizielle Verbot

1852 verkündete Brigham Young (Präsident der Kirche nach Joseph Smith), dass Männer schwarzafrikanischer Abstammung das Priestertum nicht mehr empfangen dürfen. Präsident Young betonte jedoch auch zur gleichen Zeit durch eine Verheißung, dass schwarze Mitglieder der Kirche in der Zukunft „[alle] Vorzüge und noch mehr“ genießen würden, derer sich die übrigen Mitglieder erfreuten. Es schlossen sich danach jedoch noch Schwarze durch die Taufe und den Empfang des Heiligen Geistes der Kirche an. Die Nachfolger Brigham Youngs etablierten nach seinem Tod die Regel, dass Schwarze kein Tempel-Endowment erhalten können und nicht im Tempel heiraten dürfen.

Warum dieses Verbot?

Es gibt keine offizielle Begründung der Kirche für diese Vorgehensweise, allerdings gibt es viele spekulative Theorien (z.B. der „Fluch“ auf Kain sei die Ursache ODER "Schwarze sind im vorirdischen Kampf gegen Luzifer nicht so tapfer gewesen" ODER "das Verbot musste sein, um eine Rangfolge einzuhalten"), die jedoch nicht als offizielle Lehre gelten und auch zugebenerweise unpassend klingen. Aus heutiger Sicht ist dieser Auschluss von Schwarzen völlig unbegreiflich. Es ist auch nicht klar, ob dieses Verbot durch Offenbarung geschah, oder wegen des gesellschaftlichen und politischen Drucks (z.B. Drohungen und Gefahren).

Die Beendigung des Verbots

Ab 1940 und verstärkt ab 1950 wurden Schwarze in den Verinigten Staaten immer mehr integriert. Macnh einer könnte fragen warum die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) nicht SOFORT durch die Beendigung des Verbots auf diese Entwicklung reagierte. Die Antwort liegt wohl darin begründet, dass diese Kirche durch Offenbarung geführt wird und sich nicht unmittelbar und ohne göttliche Anweisung nach den aktuellen gesellschaftlichen Strömungen richten kann und will.

David O. McKay (der damalige Präsident der Kirche) betonte damals jedoch, dass nur Männern mit schwarzafrikanischer Abstammung kein Priestertum erhalten dürfen und das z.B. schwarze Fidschianer und australische Ureinwohner zum Priestertum ordiniert werden dürfe. Auch eröffnete David O. McKay die Missionsarbeit in diesen Gebieten. Bentont sei an dieser Stelle, dass schwarze Mitglieder aus dem Pazifikraum noch nie von der Einschränkung betroffen waren. In Südafrika beendete Präsident McKay eine Richtlinie, die Priestertumsanwärter dazu zwang, nachzuweisen, dass ihre Vorfahren nicht aus Afrika stammten.

Beim Thema Priestertums-Verbot für Männer schwarzafrikanischer Abstammung, hatten die Kirchenleiter das Gefühl, das Ganze können NUR mit vorheriger Genehmigung vom himmlischen Vater beendet werden, denn dieses Verbot bestand ja schon so lange. So eine Genehmigung konnte NUR durch eine direkte Offenbarung von Gott geschehen. Immer wieder bemühten sich die Kirchenleiter intensiv um so eine direkte Auskunft. Präsident McKay wurde allerdings zur damaligen Zeit nicht das Gefühl eingegeben, er solle das Verbot aufheben, obwohl er um Führung gebeten hatte.

Die Kirche wuchs jedoch weiter und die globlae Mission wurde immer deutlicher, ganz nach Motto aus Matthäus 28:19 "Darum gehet hin und macht alle Völker zu (meinen) Jüngern (oder: zu Schülern): tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes (Menge-Übersetzung)" So stand das Priestertums- und Tempelverbot dieser grenzenlosen Mission definitiv im Wege.

 

Das Buch Mormon sagt ja ganz klar:

Ja, und die ganze Erde wird die Errettung des Herrn sehen, sagt der Prophet; jede Nation, jedes Geschlecht, jede Sprache und jedes Volk wird gesegnet sein. Buch Mormon ... 1. Nephi 19: 17 ... um 588–570 v. Chr. ... hier zitiert Nephi den Propheten Zenos

Denn siehe, meine geliebten Brüder, ich sage euch, daß der Herr, Gott, nicht im Finstern wirkt. Siehe, hat der Herr irgend jemandem geboten, nicht an seiner Güte teilzuhaben? Siehe, ich sage euch: Nein, sondern alle Menschen genießen diesen Vorzug, der eine so wie der andere, und keinem ist es verwehrt. Buch Mormon ... 2. Nephi 26:23.28 ... um 559-545 v. Chr. ... hier spricht der Prophet Nephi zum Volk

Und nun sage ich euch, daß die Zeit kommen wird, da die Errettung des Herrn jeder Nation, jedem Geschlecht, jeder Sprache und jedem Volk verkündet wird. Buch Mormon ... Mosia 15:28 ... um 148 v. Chr. ... hier spricht der Prophet Abinadi vor König Noa und seinen Priestern.

 

Es waren zwar alle eingeladen, sich taufen zu lassen, doch die Barriere Priestertums- und Tempelverbot störte doch immer gewaltiger, je internationaler die Kirche sich etablierte.

Die Erfahrungen rund um den Tempelbau in São Paulo (Brasilien) ab 1975 gaben den leitenden Brüdern noch einmal eine Art Initial-Zündung in Richtung "Beednigung des Verbots". Brasilien war damals im Gegensatz zu den U.S.A. ein vorbildliches Land bezüglich der Integration verschiedener Rassen. Beim Tempelbau halfen auch Schwarze (finanziell und zeitlich), obwohl sie wußten, dass sie das Heiligtum nicht betreten dürfen. Dieses Erlebnis und auch die Bekehrung Tausender Menschen aus Nigeria und Ghana in den Sechziger- und frühen Siebzigerjahren, bewegten die verantwortlichen Kirchenleiter zum Nachdenken.

Über die Verheißung des Propheten Brigham Young, dass schwarze Mitglieder eines Tages die Segnungen des Priestertums und des Tempels empfangen würden, wurde wieder intensiver nachgedacht. Im Jahre 1978 war es dann soweit !!! Nach vielen Stunden des Flehens, erhielten der Präsident der Kirche, Spencer W. Kimball, seine Ratgeber und die 12 Apostel eine Offenbarung im Salt-Lake-City-Tempel.

Folgende Bekanntmachung der ersten Präsidentschaft wurde dann am 08.06.1978 übermittelt: „Er hat unsere Gebete vernommen und durch Offenbarung bestätigt, dass der lang verheißene Tag gekommen ist“. Die Erste Präsidentschaft erklärte auch, dass sie sich „der Verheißungen, die von den uns vorausgegangenen Propheten und Präsidenten der Kirche gemacht worden sind“, bewusst sei und dass „alle unsere Brüder, die dazu würdig sind, das Priestertum empfangen können“.

Diese Offenbarung machte ein Ende mit dem Verbot, Priestertum und Tempel waren nun für alle würdigen Mitglieder zugänglich.

Die Reaktion in der Welt auf die Bekanntmachung war in allen ethnischen Gruppen äusserst positiv und teilweise euphorisch. Viele Mitglieder der Kirche weinten freude-erfüllt. Einige erklärten, es wäre so gewesen, als sei ihnen eine kollektive Last von den Schultern genommen worden. Ohne Verzug wurde den würdigen Männern afrikanischer Abstammung das Priestertum übertragen und die Tempel öffneten sich weltweit für schwarze Männer und Frauen. Kurz nach der Offenbarung sagte Elder Bruce R. McConkie (Apostel), dass neues „Licht und Erkenntnis“ das zuvor „begrenzte Verständnis“ erweitert habe (Quelle: Bruce R. McConkie, „All Are Alike unto God“, Symposium für Religionslehrer des Bildungswesens der Kirche, 18. August 1978; nachzulesen unter speeches.byu.edu)

https://speeches.byu.edu/talks/bruce-r-mcconkie_alike-unto-god-2/

All Are Alike unto God Bruce R. McConkie Of the Quorum of the Twelve Apostles Aug. 18, 1978 • Devotional

I would like to say something about the new revelation relative to the priesthood going to those of all nations and races. “He [meaning Christ, who is the Lord God] inviteth them all to come unto him and partake of his goodness; and he denieth none that come unto him, black and white, bond and free, male and female; and he remembereth the heathen; and all are alike unto God, both Jew and Gentile” (2 Nephi 26:33).

These words have now taken on a new meaning. We have caught a new vision of their true significance. This also applies to a great number of other passages in the revelations. Since the Lord gave this revelation on the priesthood, our understanding of many passages has expanded. Many of us never imagined or supposed that they had the extensive and broad meaning that they do have.

I shall give you a few impressions relative to what has happened, and then attempt—if properly guided by the Spirit—to indicate to you the great significance that this event has in the Church, in the world, and where the rolling forth of the great gospel is concerned.

The gospel goes to various peoples and nations on a priority basis. We were commanded in the early days of this dispensation to preach the gospel to every nation, kindred, tongue, and people. Our revelations talk about its going to every creature. There was, of course, no possible way for us to do all of this in the beginning days of our dispensation, nor can we now, in the full sense.

And so, guided by inspiration, we began to go from one nation and one culture to another. Someday, in the providences of the Lord, we shall get into Red China and Russia and the Middle East, and so on, until eventually the gospel will have been preached everywhere, to all people; and this will occur before the Second Coming of the Son of Man.

Not only is the gospel to go, on a priority basis and harmonious to a divine timetable, to one nation after another, but the whole history of God’s dealings with men on earth indicates that such has been the case in the past; it has been restricted and limited where many people are concerned. For instance, in the days between Moses and Christ, the gospel went to the house of Israel, almost exclusively. By the time of Jesus, the legal administrators and prophetic associates that he had were so fully indoctrinated with the concept of having the gospel go only to the house of Israel, that they were totally unable to envision the true significance of his proclamation that after the Resurrection they should then go to all the world. They did not go to the gentile nations initially. In his own ministration, Jesus preached only to the lost sheep of the house of Israel, and had so commanded the Apostles (see Matthew 10:6).

It is true that he made few minor exceptions because of the faith and devotion of some Gentile people. There was one woman who wanted to eat the crumbs that fell from the table of the children, causing him to say, “O woman, great is thy faith” (Matthew 15:28; see also Mark 7:27–28). With some minor exceptions, the gospel in that day went exclusively to Israel. The Lord had to give Peter the vision and revelation of the sheet coming down from heaven with the unclean meat on it, following which Cornelius sent the messenger to Peter to learn what he, Cornelius, and his gentile associates should do. The Lord commanded them that the gospel go to the Gentiles; and so it was. There was about a quarter of a century, then, in New Testament times, when there were extreme difficulties among the Saints. They were weighing and evaluating, struggling with the problem of whether the gospel was to go only to the house of Israel or whether it now went to all men. Could all men come to him on an equal basis with the seed of Abraham?

There have been these problems, and the Lord has permitted them to arise. There isn’t any question about that. We do not envision the whole reason and purpose behind all of it; we can only suppose and reason that it is on the basis of our premortal devotion and faith.

You know this principle: God “hath made of one blood all nations of men for to dwell on all the face of the earth, and hath determined the times before appointed, and the bounds of their habitation; That they should seek the Lord, if haply they might feel after him, and find him” (Acts 17:26–27)—meaning that there is an appointed time for successive nations and peoples and races and cultures to be offered the saving truths of the gospel. There are nations today to whom we have not gone—notably Red China and Russia. But you can rest assured that we will fulfill the requirement of taking the gospel to those nations before the Second Coming of the Son of Man.

And I have no hesitancy whatever in saying that before the Lord comes, in all those nations we will have congregations that are stable, secure, devoted, and sound. We will have stakes of Zion. We will have people who have progressed in spiritual things to the point where they have received all of the blessings of the house of the Lord. That is the destiny.

We have revelations that tell us that the gospel is to go to every nation, kindred, tongue, and people before the Second Coming of the Son of Man. And we have revelations which recite that when the Lord comes he will find those who speak every tongue and are members of every nation and kindred, who will be kings and priests, who will live and reign on earth with him a thousand years. That means, as you know, that people from all nations will have the blessings of the house of the Lord before the Second Coming.

We have read these passages and their associated passages for many years. We have seen what the words say and have said to ourselves, “Yes, it says that, but we must read out of it the taking of the gospel and the blessings of the temple to the Negro people, because they are denied certain things.” There are statements in our literature by the early Brethren which we have interpreted to mean that the Negroes would not receive the priesthood in mortality. I have said the same things, and people write me letters and say, “You said such and such, and how is it now that we do such and such?” And all I can say to that is that it is time disbelieving people repented and got in line and believed in a living, modern prophet. Forget everything that I have said, or what President Brigham Young or President George Q. Cannon or whomsoever has said in days past that is contrary to the present revelation. We spoke with a limited understanding and without the light and knowledge that now has come into the world.

We get our truth and our light line upon line and precept upon precept. We have now had added a new flood of intelligence and light on this particular subject, and it erases all the darkness and all the views and all the thoughts of the past. They don’t matter any more.

It doesn’t make a particle of difference what anybody ever said about the Negro matter before the first day of June of this year, 1978. It is a new day and a new arrangement, and the Lord has now given the revelation that sheds light out into the world on this subject. As to any slivers of light or any particles of darkness of the past, we forget about them. We now do what meridian Israel did when the Lord said the gospel should go to the Gentiles. We forget all the statements that limited the gospel to the house of Israel, and we start going to the Gentiles.

Obviously, the Brethren have had a great anxiety and concern about this problem for a long period of time, and President Spencer W. Kimball has been exercised and has sought the Lord in faith. When we seek the Lord on a matter, with sufficient faith and devotion, he gives us an answer. You will recall that the Book of Mormon teaches that if the Apostles in Jerusalem had asked the Lord, he would have told them about the Nephites. But they didn’t ask, and they didn’t manifest that faith; and they didn’t get an answer. One underlying reason for what happened to us is that the Brethren asked in faith; they petitioned and desired and wanted an answer—President Kimball in particular. And the other underlying principle is that in the eternal providences of the Lord, the time had come for extending the gospel to a race and a culture to whom it had previously been denied, at least as far as all of its blessings are concerned. So it was a matter of faith and righteousness and seeking on the one hand, and it was a matter of the divine timetable on the other hand. The time had arrived when the gospel, with all its blessings and obligations, should go to the Negro.

Well, in that setting, on the first day of June in this year, 1978, the First Presidency and the Twelve, after full discussion of the proposition and all the premises and principles that are involved, importuned the Lord for a revelation. President Kimball was mouth, and he prayed with great faith and great fervor; this was one of those occasions when an inspired prayer was offered. You know the Doctrine and Covenants statement, that if we pray by the power of the Spirit we will receive answers to our prayers and it will be given us what we shall ask (see D&C 50:30). It was given President Kimball what he should ask. He prayed by the power of the Spirit, and there was perfect unity, total and complete harmony, between the Presidency and the Twelve on the issue involved.

And when President Kimball finished his prayer, the Lord gave a revelation by the power of the Holy Ghost. Revelation primarily comes by the power of the Holy Ghost. Always that member of the Godhead is involved. But most revelations, from the beginning to now, have come in that way. There have been revelations given in various ways on other occasions. The Father and the Son appeared in the Sacred Grove. Moroni, an angel from heaven, came relative to instructing the Prophet in the affairs that were destined to occur in this dispensation. There have been visions, notably the vision of the degrees of glory. There may be an infinite number of ways that God can ordain that revelations come. But, primarily, revelation comes by the power of the Holy Ghost. The principle is set forth in the Doctrine and Covenants, section 68, that whatever the elders of the Church speak, when moved upon by the power of the Holy Ghost, shall be scripture, shall be the mind and will and voice of the Lord.

On this occasion, because of the importuning and the faith, and because the hour and the time had arrived, the Lord in his providences poured out the Holy Ghost upon the First Presidency and the Twelve in a miraculous and marvelous manner, beyond anything that any then present had ever experienced. The revelation came to the president of the Church; it also came to each individual present. There were ten members of the Council of the Twelve and three of the First Presidency there assembled. The result was that President Kimball knew, and each one of us knew, independent of any other person, by direct and personal revelation to us, that the time had now come to extend the gospel and all its blessings and all its obligations, including the priesthood and the blessings of the house of the Lord, to those of every nation, culture, and race, including the black race. There was no question whatsoever as to what happened or as to the word and message that came.

The revelation came to the president of the Church and, in harmony with Church government, was announced by him; the announcement was made eight days later over the signature of the First Presidency. But in this instance, in addition to the revelation coming to the man who would announce it to the Church and to the world, and who was sustained as the mouthpiece of God on earth, the revelation came to every member of the body that I have named. They all knew it in the temple.

In my judgment this was done by the Lord in this way because it was a revelation of such tremendous significance and import; one which would reverse the whole direction of the Church, procedurally and administratively; one which would affect the living and the dead; one which would affect the total relationship that we have with the world; one, I say, of such significance that the Lord wanted independent witnesses who could bear record that the thing had happened.

Now if President Kimball had received the revelation and had asked for a sustaining vote, obviously he would have received it and the revelation would have been announced. But the Lord chose this other course, in my judgment, because of the tremendous import and the eternal significance of what was being revealed. This affects our missionary work and all of our preaching to the world. This affects our genealogical research and all of our temple ordinances. This affects what is going on in the spirit world, because the gospel is preached in the spirit world preparatory to men’s receiving the vicarious ordinances which make them heirs to salvation and exaltation. This is a revelation of tremendous significance.

The vision of the degrees of glory begins by saying, “Hear, O ye heavens, and give ear, O earth” (D&C 76:1). In other words, in that revelation the Lord was announcing truth to heaven and to earth because those principles of salvation operate on both sides of the veil; and salvation is administered to an extent here to men, and it is administered to another extent in the spirit world. We correlate and combine our activities and do certain things for the salvation of men while we are in mortality, and then certain things are done for the salvation of men while they are in the spirit world awaiting the day of the Resurrection.

Well, once again a revelation was given that affects this sphere of activity and the sphere that is to come. And so it had tremendous significance; the eternal import was such that it came in the way it did. The Lord could have sent messengers from the other side to deliver it, but he did not. He gave the revelation by the power of the Holy Ghost. Latter-day Saints have a complex: many of them desire to magnify and build upon what has occurred, and they delight to think of miraculous things. And maybe some of them would like to believe that the Lord himself was there, or that the Prophet Joseph Smith came to deliver the revelation (see Time, 7 August 1978, p. 55), which was one of the possibilities. Well, these things did not happen. The stories that go around to the contrary are not factual or realistic or true, and you as teachers in the Church Educational System will be in a position to explain and to tell your students that this thing came by the power of the Holy Ghost, and that all the Brethren involved, the thirteen who were present, are independent personal witnesses of the truth and divinity of what occurred.

There is no way to describe in language what is involved. This cannot be done. You are familiar with Book of Mormon references where the account says that no tongue could tell and no pen could write what was involved in the experience and that it had to be felt by the power of the Spirit. This was one of those occasions. To carnal people who do not understand the operating of the Holy Spirit of God upon the souls of man, this may sound like gibberish or jargon or uncertainty or ambiguity; but to those who are enlightened by the power of the Spirit and who have themselves felt its power, it will have a ring of veracity and truth, and they will know of its verity. I cannot describe in words what happened; I can only say that it happened and that it can be known and understood only by the feeling that can come into the heart of man. You cannot describe a testimony to someone. No one can really know what a testimony is—the feeling and the joy and the rejoicing and the happiness that comes into the heart of man when he gets one—except another person who has received a testimony. Some things can be known only by revelation, “The things of God knoweth no man, but the Spirit of God” (1 Corinthians 2:11).

This is a brief explanation of what was involved in this new revelation. I think I can add that it is one of the signs of the times. It is something that had to occur before the Second Coming. It was something that was mandatory and imperative in order to enable us to fulfill all of the revelations that are involved, in order to spread the gospel in the way that the scriptures say it must spread before the Lord comes, in order for all of the blessings to come to all of the people, according to the promises. It is one of the signs of the times. This revelation which came on the first day of June was reaffirmed by the spirit of inspiration one week later on June 8, when the Brethren approved the document that was to be announced to the world. And then it was reaffirmed the next day, on Friday, June 9, with all of the General Authorities present in the temple, that is, all who were available. All received the assurance and witness and confirmation by the power of the Spirit that what had occurred was the mind, the will, the intent, and the purpose of the Lord.

Well, this is a glorious day. This is a wondrous thing; the veil is thin. The Lord is not far distant from his church. He is not far removed.

President Kimball is a man of almost infinite spiritual capacity—a tremendous spiritual giant. The Lord has magnified him beyond any understanding or expression and has given him His mind and His will on a great number of vital matters which have altered the course of the past—one of which is the organization of the First Quorum of the Seventy. As you know, the Church is being guided and led by the power of the Holy Ghost, and the Lord’s hand is in it. There is no question whatever about that. And we are doing the right thing where this matter is concerned.

There has been a tremendous feeling of gratitude and thanksgiving in the hearts of members of the Church everywhere, with isolated exceptions. There are individuals who are out of harmony on this and on plural marriage and on other doctrines, but for all general purposes there has been universal acceptance; and everyone who has been in tune with the Spirit has known that the Lord spoke, and that his mind and his purposes are being manifest to the course the Church is pursuing. We have already called our first Negro elder. He has been assigned to serve in the Florida Fort Lauderdale Mission. We have already called our first Negro sister, assigned to the Brazil Rio de Janeiro Mission. This race and culture now is going to be one with us in bearing the burdens of the kingdom.

We talk about the scriptures being unfolded—read over again the parable of the laborers in the vineyard (see Matthew 20) and remind yourselves that those who labor through the heat of the day for twelve hours are going to be rewarded the same as those who came in at the third and the sixth and the eleventh hours. Well, it is the eleventh hour; it is the Saturday night of time. In this eleventh hour the Lord has given the blessings of the gospel to the last group of laborers in the vineyard. And when he metes out his rewards, when he makes his payments, according to the accounts and the scriptural statements, he will give the penny to all, whether it is for one hour or twelve hours of work. All are alike unto God, black and white, bond and free, male and female.

Quelle: https://speeches.byu.edu/talks/bruce-r-mcconkie_alike-unto-god-2/

 

So beschreiben Anwesende diese Offenbarung Linkquelle: http://scholarsarchive.byu.edu/byuusq/vol47/iss2/1 :

Gordon B. Hinckley (Quelle: Gordon B. Hinckley, „Priesthood Restoration“, Ensign, Oktober 1988, Seite 70 und Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 ): "Die Erfahrung war unbeschreiblich, wunderbar, sehr persönlich und brachte große Einigkeit und Sicherheit, dass die Änderung eine göttliche Offenbarung ist". „Eine ausgesprochen andächtige Atmosphäre erfüllte den Raum. Mir war es, als ob sich ein Kanal zwischen dem Thron des Himmels und dem knie-enden und flehenden Propheten Gottes öffnete. Durch die Macht des Heiligen Geistes wurde dem Propheten die Gewißheit vermittelt, dass die Sache für die er betetet bestätigt wird, nämlich dass die Zeit gekommen sei … Es ereigneten sich kein windtypisches Brausen und es zeigten sich auch keine Feuerzungen, wie beim Pfingstereignis, aber die Stimme des Geistes flüsterte mit Klarheit in unsere Geister und Seelen. Es war für uns (zumindest für mich), so wie es sicher für Enos bei seinem bemerkenswerten Gebets-Erlebnis gewesen ist, als die Stimme des Herrn an seinen Sinn erging (siehe Enos 1: 5, 10). Keiner von uns, der bei diesem Ereignis anwesend war, ist seitdem so wie zuvor. Auch ist die Kirche nicht mehr so wie zuvor.“

David B. Haight (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Tate, David B. Haight Seite 280 und David B. Haight "This Work is true" Ensign Mai 1996 Seite 26): "Der Geist berührte unser aller Herz auf die gleiche Weise mit der gleichen Botschaft. Jeder von uns war Zeuge eines überweltlichen himmlischen Ereignis ... Ich war anwesend, als das Ausströmen des Geistes in diesem Raum so stark war, dass keiner von uns danach etwas sagen konnte. Wir gingen alle schweigend zurück in unsere Büros. Niemand von uns konnte reden, wegen der himmlisch-geistigen Erfahrung".

Marvin J. Ashton (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Breck England, Elder Marvin J. Ashton Ensign Juli 1986 Seite 16): "Es war die intensivste geistige Wirkung, die ich jemals gefühlt habe".

Elder Packer (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Arrington Diary June 19, 1978, quoting Gill Warner, who confirmed the statement to the author in interview, September 25, 2000): "Während des Gebetes wurde allen Anwesenden bewusst, welche Entscheidung getroffen werden musste".

Ezra Taft Benson (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Sheri L. Dew, Ezra Taft Benson: A Biography ... Salt Lake City: Deseret Book, 1987, Seite 457 und McConkie, "New Revelation", Seite 128, quotes Ezra Taft Benson): "Nach dem Gebet erlebten wir den süßesten Geist der Einigkeit und Überzeugung, den ich je erlebt habe. Unser Inneres brannte wegen der Richtigkeit der Entscheidung, die wir getroffen hatten". "Ich habe niemals etwas von solcher geistigen Größe und Kraft erlebt". "Jeder von uns fühlte diese kraftvolle gesitige Erfahrung, die uns bestätigte, dass die von Präsident Kimball vorgelegte Entscheidung durch Offenbarung zustande kam".

Howard W. Hunter (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Eleanor Knowles, Howard W. Hunter ... Salt Lake City: Deseret Book, 1994, Seite 235-236, quoting his journal): "Nach dem Gebet äusserten sich manche bezüglich der gemeinsamen Erfahrung inetwa folgendermaßen: selten, wenn nicht nie, gab es größere Einstimmigkeit im Kollegium."

Elder Perry (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Perry, interview Spencer later said, "Endlich hatten wir das Gefühl, den Eindruck vom Herrn, der uns diese klar vermittelte, dass dies der Weg sei, das Evangelium universal und allen würdigen Menschen zugänglich zu machen" ... Kimball remarks Johannesburg, October 23, 1978, from Cardall recording in Kimball Papers "Aber diese Offenbarung und Zusicherung erreichte mich so eindeutig, dass diesbezüglich keine Faregen offen blieben" Susan Turley ... The Legacy, Latter Day Sentinel, November 16, 1985 ... Seite 32; Avant, "President Kimball Says Revelation was clear" ... Seite 15): "Ich glaube nicht, dass wir seit Joseph Smith eine Präsidenten hatten, der bestrebter war, den Herrn anzuflehen und dann empfänglich zu sein. Uns war klar, er hat den Willen des Herrn empfangen."

David B. Haight (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Tate, David B. Haight ... Seite 280): Als der Prophet sich von seinen Knien erhob, wandte er sich zunächst an Elder Haight, dem neuseten Apostel. Die beiden umarnten sich. Elder Haight konnte Präsident Kimball`s Herzschlag fühlen und spürte seine emotionale Erregung. Der Präsident umarmte dann jeden im Kreis.

Elder Perry (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Perry, interview): Andere umarmten sich auch spontan. Spencer interpretierte die Reaktion als den Beweis dafür, dass die Brüder ihn selbst und die Änderung akzeptierten ... "Es war so, als würde eine große Last genommen. Er war fast sprachlos. Er konnte seine Freude kaum fassen. Es wurde nicht gesprochen und es musste nichts gesprochen werden. Wir spürten die Antwort. die Entscheidung war getroffen. Es war ein massives Einigkeits-Gefühl zwischen uns vorhanden. Die Erleichterung, dass es vorbei war etablierte sich. Gespräche mit anderen Aposteln ergaben, dass die anderen das Gleiche empfanden. Ich glaube nicht, dass die Zwölf danach die Gleichen blieben. Es war eines dieser einmaligen Lebens-Erfahrungen."

Präsident Spencer W. Kimball (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Avant, ... President Kimball says Revelation was clear, Seite 15; Spencer W. Kimbal, interview): "Ich empfand einen überwätigenden Geist dort, eine rasende Flut der Einigkeit, so, wie wir sie noch nie zuvor erlebt hatten". Und er wusste, dass die völlig ausreichende Antwort erhalten wurde. Die Brüder drückten während des Geschehens ihre Begeisterung aus. Präsident Kimball war angesichts der Gefühlstiefe äusserst zufrieden. Sie fühlten sich wegen der Entscheidung und dem Resultat sehr erleichtert. Sie hatten sich nach dieser Möglichkeit gesehnt, mussten aber die Konfirmation durch den Geist abwarten, um ihre Sache sicher zu sein. Nach ihrer Erfahrung, die so heilig war, dass niemand darüber diskutierte und die beim Nachdenken darüber zu Tränen rühren konnte, standen alle Männer entschlossen da, um die Sache zu unterstützen.

Elder McConkie (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und McConkie, ... New Revelation, Seite 134; Mc Conkie, --- Receipt of the Revelation, Seite 10-11): "Dies geschah durch den Herrn in dieser Weise, weil es sich um eine Offenbarung von enormer Bedeutung und Wichtigkeit handelt; eine Offenbarung, die die gesamte Kirchenregie auf arbeitstechnischer und administrativer Ebene umgestaltet; eine Offenbarung, die die Lebenden und Verstorbenen betrifft; eine Offenbarung, die die gesamte Beziehung der Kirche zur Welt beeinflusst; eine Offenbarung ... von solcher Wichtigkeit, dass der Herr unabhängige Zeugen aktivierte, die die Richtigkeit des Ganzen bezeugen konnten".

 

Hier ist die amtliche Erklärung zur Aufhebung der Priestertums- und Tempelbeschränkungen für Schwarze (Quelle: https://www.lds.org/scriptures/dc-testament/od/2?lang=deu) Lehre und Bündnisse "Amtliche Erklärung 2":

AMTLICHE ERKLÄRUNG — 2

An alle, die es betrifft: Auf der 148. Herbst-Generalkonferenz der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage trug Präsident N. Eldon Tanner, Erster Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft der Kirche, am 30. September 1978 folgendes vor:

Anfang Juni dieses Jahres hat die Erste Präsidentschaft bekanntgegeben, Präsident Spencer W. Kimball habe eine Offenbarung empfangen, daß die Segnungen des Priestertums und des Tempels allen würdigen männlichen Mitgliedern der Kirche zugänglich gemacht werden. Präsident Kimball hat mich gebeten, der Konferenz zur Kenntnis zu bringen, daß er nach dem Empfang dieser Offenbarung, die ihm nach langem Nachsinnen und Beten in den heiligen Räumen des heiligen Tempels zuteil wurde, sie seinen Ratgebern vorgelegt hat, die sie angenommen und gutgeheißen haben. Danach wurde sie dem Kollegium der Zwölf Apostel vorgelegt, das sie einstimmig gutgeheißen hat, und anschließend wurde sie allen übrigen Generalautoritäten vorgelegt, und diese haben sie gleichermaßen einstimmig gutgeheißen.

Präsident Kimball hat mich gebeten, nun diesen Brief zu verlesen: 8. Juni 1978

An alle allgemeinen und örtlichen Priestertumsbeamten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage auf der ganzen Welt

Liebe Brüder! Wir erleben mit, wie sich das Werk des Herrn über die Erde ausbreitet, und sind sehr dankbar dafür, daß Menschen in vielen Ländern für die Botschaft des wiederhergestellten Evangeliums empfänglich gewesen sind und sich in ständig wachsender Zahl der Kirche angeschlossen haben. Dies wiederum hat in uns den Wunsch geweckt, alle Rechte und Segnungen, die das Evangelium bietet, jedem würdigen Mitglied der Kirche zugänglich zu machen.

In Anbetracht der Verheißungen, die von den uns vorausgegangenen Propheten und Präsidenten der Kirche gemacht worden sind, daß zu einer bestimmten Zeit in Gottes ewigem Plan alle unsere Brüder, die dazu würdig sind, das Priestertum empfangen können, und angesichts der Glaubenstreue derjenigen, denen das Priestertum vorenthalten war, haben wir uns lange und ernsthaft für diese unsere getreuen Brüder eingesetzt und viele Stunden im Oberen Raum des Tempels verbracht, wo wir den Herrn um göttliche Führung angefleht haben.

Er hat unsere Gebete vernommen und hat durch Offenbarung bestätigt, daß der langverheißene Tag gekommen ist, wo jeder glaubenstreue, würdige Mann in der Kirche das heilige Priestertum, samt der Macht, dessen göttliche Vollmacht auszuüben, empfangen und sich mit seiner Familie sämtlicher Segnungen erfreuen darf, die sich daraus ergeben, einschließlich der Segnungen des Tempels. Demnach können alle würdigen männlichen Mitglieder der Kirche ohne Rücksicht auf Rasse oder Hautfarbe zum Priestertum ordiniert werden. Die Priestertumsführer sind angewiesen, sich an die Bestimmungen zu halten, wonach mit allen Anwärtern auf die Ordinierung zum Aaronischen oder zum Melchisedekischen Priestertum eine eingehende Unterredung zu führen ist, um zu gewährleisten, daß sie den festgesetzten Anforderungen der Würdigkeit entsprechen.

Wir verkünden feierlich, daß der Herr nunmehr seinen Willen kundgetan hat, zum Segen all seiner Kinder überall auf der Erde, die auf die Stimme seiner bevollmächtigten Knechte hören und sich bereitmachen, jede Segnung des Evangeliums zu empfangen.

In Aufrichtigkeit

Spencer W. Kimball
N. Eldon Tanner
Marion G. Romney

Die Erste Präsidentschaft

Wir anerkennen Spencer W. Kimball als den Propheten, Seher und Offenbarer sowie Präsidenten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage; darum wird vorgeschlagen, daß wir als konstituierende Versammlung diese Offenbarung als das Wort und den Willen des Herrn annehmen. Wer dem zustimmt, zeige es bitte durch das Heben der rechten Hand. Falls jemand dagegen ist, zeige er es auf die gleiche Weise.

Der vorstehende Antrag wurde einstimmig bejaht und angenommen.
Salt Lake City, Utah, den 30. September 1978.

 

Video: Offenbarung zum Priestertum akzeptiert, Kirchenbeamte anerkannt.

 

 

 

Youtube Video: Black Mormon Speaks Candidly About LDS, Race, Past Priesthood Restriction

 

 

FAIR MORMON ... Pod Cast "History of Blacks and the LDS Church" ...

 

FAIR MORMON ... No Johnny-Come-Lately: The 182-Year-Long BLACK Mormon Moment Darius Gray...

 

 

FAIR MORMON ... Blacks and the Priesthood - Interview with Max Mueller - Fair Mormon Podcast...

 

 

FAIR MORMON ... How to condemn Racism ans still call Brigham Young a Prophet...

 

 

Die Kirche heute ...

Heute weist die Kirche die einstmals kursierenden Theorien zurück, wonach schwarze Haut ein Zeichen göttlicher Ungnade oder eines Fluchs sei oder dass sie Taten im vorirdischen Leben widerspiegle; dass Mischehen eine Sünde seien oder dass Schwarze oder Menschen, die einer anderen Rasse oder Ethnie angehören, anderen gegenüber in irgendeiner Weise minderwertig seien. Heute sprechen sich die Führer der Kirche unmissverständlich gegen allen Rassismus in der Vergangenheit und in der Gegenwart aus, in welcher Form er sich auch darstellen mag. 23

Seit jenem Tag im Jahr 1978 blickt die Kirche in die Zukunft, und die Zahl der schwarzafrikanischen, afroamerikanischen und sonstigen Mitglieder afrikanischer Abstammung wächst weiterhin schnell an. Aus den Mitgliedsscheinen geht zwar nicht hervor, welcher Rasse oder ethnischen Zugehörigkeit ein Mitglied zuzurechnen ist, aber inzwischen gehören hunderttausende Mitglieder afrikanischer Herkunft der Kirche an.

Die Kirche verkündet, dass die Erlösung durch Jesus Christus zu den von Gott bestimmten Bedingungen der gesamten Menschheit zugänglich ist. Sie bestätigt, dass Gott „nicht auf die Person sieht“ 24  und erklärt mit Nachdruck, dass jeder, der rechtschaffen ist – unabhängig von seiner Rasse – von Gott begünstigt wird. Die Lehren der Kirche in Bezug auf die Kinder Gottes kommen in einem Vers im Zweiten Buch Nephi klar zum Ausdruck: „[Der Herr] weist niemanden ab, der zu ihm kommt, schwarz und weiß, geknechtet und frei, männlich und weiblich; … alle sind vor Gott gleich, die Juden ebenso wie die Andern.

 

 

 

 

 

Eine gewisse Entschuldigungs-Bereitschaft ist in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) erkennbar, denn die rassistischen Theorien der Vergangenheit und rassistisches Verhalten werden heute abgelehnt. Dies zeigt u.a. folgendes Zitat von Gordon B. Hinckley aus seiner Ansprache "Mehr Freundlichkeit ist notwendig"
(Quelle: https://www.lds.org/liahona/2006/05/22.p9,11?lang=deu)

Der Rassismus zeigt längst wieder sein hässliches Gesicht. Mir wurde mitgeteilt, dass Rassismus sogar unter uns zu finden ist. Ich kann nicht begreifen, wie das möglich ist. Es schien mir so, als hätten wir uns alle über die Offenbarung gefreut, die Präsident Kimball 1978 erhielt. Ich war damals dort im Tempel. Für mich und meine Gefährten bestand kein Zweifel daran, dass diese Offenbarung der Sinn und der Wille des Herrn war. Nun wird mir berichtet, dass rassistische Beleidigungen und Verunglimpfungen manchmal in unserer Mitte zu hören sind. Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass jemand, der sich abfällig über Menschen anderer Hautfarbe äußert, sich nicht als wahren Jünger Christi bezeichnen kann. Noch kann er von sich behaupten, im Einklang mit den Lehren der Kirche Christi zu sein. Wie kann ein Mann, der das Melchisedekische Priestertum trägt, so anmaßend sein und meinen, er sei des Priestertums würdig, während ein anderer, der rechtschaffen lebt, dessen Hautfarbe jedoch anders ist, unwürdig sei? Solange ich der Ersten Präsidentschaft angehöre, habe ich immer wieder auf die Vielfalt in unserer Gesellschaft hingewiesen und darüber gesprochen. Wir sind von dieser Vielfalt umgeben und müssen uns bemühen, ihr Raum zu geben. Machen wir uns bewusst, dass jeder von uns ein Sohn oder eine Tochter unseres himmlischen Vaters ist, der alle seine Kinder liebt. Brüder, es gibt absolut keine Grundlage für Rassismus im Priestertum dieser Kirche. Falls mir jemand zuhört, der zu rassistischem Verhalten neigt, dann soll er vor den Herrn treten, um Vergebung bitten und davon lassen.

 

Auch auf der offiziellen Kirchen-Website werden Klarstellungen bezüglich der rassistischen Zeiten in der Kirche veröffentlicht: https://www.lds.org/topics/race-and-the-priesthood?lang=deu&old=true

Rassenzugehörigkeit und Priestertum

In der Theorie wie in der gelebten Religion der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage findet die gesamte Menschheit ihren Platz. In den heiligen Schriften und in den Lehren der Heiligen der Letzten Tage wird bestätigt, dass Gott alle seine Kinder liebt und ihnen allen ermöglicht, errettet zu werden. Gott hat all die verschiedenen Rassen und Ethnien geschaffen und achtet sie alle gleichermaßen. Im Buch Mormon wird es so ausgedrückt: „Alle sind vor Gott gleich.“ 1

Die Struktur und Organisation der Kirche fördert das Zusammensein verschiedener Rassen. Die Heiligen der Letzten Tage besuchen die Versammlungen der örtlichen Gemeinde, in deren geografischem Gebiet sie wohnen. Auf diese Weise spiegelt sich grundsätzlich die ethnische, wirtschaftliche und demografische Zusammensetzung der Bevölkerung einer bestimmten Gegend in den Gemeinden der Kirche Jesu Christi wider.2 Auch die verschiedenen ehrenamtlichen Aufgaben in der Gemeinde erleichtern das Miteinander. So kann es sein, dass ein schwarzer Bischof über eine größtenteils weiße Gemeinde präsidiert oder dass eine Frau aus Lateinamerika zusammen mit einer Asiatin Familien verschiedenster Herkunft besucht. Mitglieder der Kirche, die verschiedenen Rassen und Ethnien angehören, besuchen einander regelmäßig zuhause und sind Seite an Seite als Lehrer, Jugendführer und in vielen anderen Aufgaben in ihrer Gemeinde vor Ort tätig. Dadurch ist es möglich, dass sich Angehörige jeder beliebigen Rasse in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zuhause fühlen.

Auch wenn es heute gang und gäbe ist, wurden Männer mit schwarzafrikanischen Vorfahren in der Kirche lange Zeit – von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1978 – nicht zum Priestertum ordiniert. Schwarze Männer und Frauen durften auch nicht das Endowment im Tempel empfangen oder an Siegelungen teilnehmen.

Als die Kirche 1830 gegründet wurde, herrschte in den Vereinigten Staaten eine strikte Rassentrennung. Damals waren viele Menschen afrikanischer Abstammung Sklaven, und es war unter den weißen Amerikanern nicht nur verbreitet, sondern landesüblich, dass man ethnische Unterschiede machte und Vorurteile hatte. Diese Gegebenheiten empfindet man heute als ungewöhnlich und verstörend. Damals aber wirkten sie sich auf alle Lebensbereiche aus, auch auf die Religion. In vielen christlichen Kirchen wurden die Mitglieder seinerzeit beispielsweise nach Rassen getrennt. Seit den Anfangstagen der Kirche Jesu Christi konnten sich Menschen jeder Rasse und Herkunft taufen lassen und Mitglied werden. Gegen Ende seines Lebens sprach sich der Gründer der Kirche, Joseph Smith, offen gegen die Sklaverei aus. In der ganzen Kirche hat es niemals eine Richtlinie gegeben, nach der getrennte Gemeinden vorgeschrieben gewesen wären.3

In den ersten zwanzig Jahren nach der Gründung der Kirche wurden ein paar schwarze Männer zum Priestertum ordiniert. Einer dieser Männer, Elijah Abel, nahm auch an den Tempelzeremonien in Kirtland in Ohio teil und ließ sich später stellvertretend für verstorbene Angehörige in Nauvoo in Illinois taufen. Es gibt keinen Beweis dafür, dass zu Joseph Smiths Lebzeiten einem schwarzen Mann das Priestertum verwehrt wurde.

1852 gab Präsident Brigham Young öffentlich bekannt, dass Männer schwarzafrikanischer Abstammung nicht mehr zum Priestertum ordiniert werden könnten. Allerdings gab es aber auch danach noch Schwarze, die sich der Kirche anschlossen, indem sie sich taufen ließen und die Gabe des Heiligen Geistes empfingen. Nach Brigham Youngs Tod legten dessen Nachfolger im Präsidentenamt fest, dass Schwarze nicht das Endowment im Tempel empfangen oder im Tempel heiraten konnten. Im Laufe der Zeit vertraten sowohl Führer der Kirche als auch Mitglieder diverse Theorien darüber, warum Schwarze nicht das Priestertum oder die heiligen Handlungen des Tempels empfangen durften. Keine dieser Erklärungen wird heute als offizielle Lehre der Kirche anerkannt.

Die Kirche in der von Rassenfragen geprägten amerikanischen Kultur

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wurde inmitten einer Kultur wiederhergestellt, in der Rassenfragen viel Streit auslösten und den Weißen große Vorzüge eingeräumt wurden. Im Jahr 1790 beschränkte der Kongress der Vereinigten Staaten die Staatsangehörigkeit auf „freie weiße Person[en]“. 4 In den nächsten fünfzig Jahren führten ethnische Streitfragen zu einer Teilung des Landes – während Sklavenhaltung im ländlicheren Süden legal war, wurde sie im urbanisierteren Norden schließlich verboten. Dennoch war Rassendiskriminierung sowohl im Norden als auch im Süden weit verbreitet, und in vielen Staaten wurden Gesetze verabschiedet, die die Mischehe zwischen Menschen verschiedener Rassen verboten. 5 Im Jahr 1857 erklärte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten, dass die Rechte der Schwarzen „von den Weißen nicht anerkannt“ 6 werden müssten. Eine Generation nach dem Bürgerkrieg (1861–1865), der zum Ende der Sklaverei in den Vereinigten Staaten geführt hatte, entschied der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten, dass „getrennte, aber gleiche“ Einrichtungen für Schwarze und Weiße verfassungsmäßig waren. Mit diesem Beschluss wurde eine Vielzahl von Barrieren legalisiert, die es in der Öffentlichkeit aufgrund der Hautfarbe gab. Er wurde erst 1954 aufgehoben.7

1850 richtete der Kongress der Vereinigten Staaten das Territorium Utah ein, und der Präsident der USA ernannte Brigham Young zum Gouverneur. Mitglieder aus dem Süden, die sich der Kirche angeschlossen hatten und mit ihren Sklaven nach Utah gezogen waren, warfen die Frage auf, ob die Sklaverei im Territorium legal sei. In zwei Reden, die er im Januar und Februar 1852 vor dem Parlament des Territoriums Utah hielt, verkündete Brigham Young eine Richtlinie, nach der Männer schwarzafrikanischer Herkunft nicht zum Priestertum ordiniert werden durften. Zur gleichen Zeit sagte Präsident Young, dass schwarze Mitglieder der Kirche zu einem künftigen Zeitpunkt „[alle] Vorzüge und noch mehr“ genießen würden, derer sich die übrigen Mitglieder erfreuten. 8

Die Begründungen für diese Einschränkung spiegelten die weit verbreitete Ansicht wider, dass Schwarze minderwertig seien. Diese Vorstellung war auch Grundlage dafür gewesen, dass die „Dienstbarkeit“ Schwarzer im Territorium Utah legalisiert werden solle. 9 Einer Meinung zufolge, die mindestens seit der Zeit um 1730 in den Vereinigten Staaten kursierte, stammten alle Schwarzen vom biblischen Kain ab, der seinen Bruder Abel erschlagen hatte. 10 Diejenigen, die diese Ansicht übernahmen, glaubten, dass Gottes „Fluch“ auf Kain die dunkle Haut sei. Manchmal wurde die Dienstbarkeit Schwarzer auch mit einem zweiten Fluch begründet. Dieser war Noachs Enkel Kanaan infolge von Hams Taktlosigkeit gegenüber seinem Vater auferlegt worden. 11 Die Sklaverei war zwar kein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor in Utah und wurde schon bald abgeschafft, aber das Verbot hinsichtlich der Ordinierung zum Priestertum blieb bestehen.

Aufhebung des Verbots

Selbst nach 1852 trugen mindestens zwei schwarze Mitglieder der Kirche weiterhin das Priestertum. Als einer dieser Männer, Elijah Abel, 1879 darum bat, sein Endowment im Tempel zu empfangen, wurde sein Anliegen abgelehnt. Jane Manning James, eine glaubenstreue Schwarze, die die Prärie überquert hatte und bis zu ihrem Tod 1908 in Salt Lake City lebte, bat ebenfalls darum, in den Tempel gehen zu dürfen. Ihr wurde erlaubt, für ihre Vorfahren Taufen für Verstorbene vorzunehmen, aber sie durfte nicht an den anderen heiligen Handlungen teilnehmen. 12 Die Einschränkungen hinsichtlich des Priestertums und der Tempelverordnungen wurden oft mit dem Fluch auf Kain gerechtfertigt. Um die Jahrhundertwende verbreitete sich eine weitere Erklärung: Es wurde behauptet, Schwarze seien im vorirdischen Kampf gegen Luzifer nicht so tapfer gewesen und dürften deshalb nicht das Priestertum und die Tempelsegnungen empfangen.13

Ende der 40er Jahre sowie in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts fand die ethnische Integration in den Vereinigten Staaten größere Verbreitung. Der damalige Präsident der Kirche, David O. McKay, hob hervor, dass die Einschränkung nur für Männer schwarzafrikanischer Abstammung gelte. Mitgliedern aus dem Pazifikraum hatte die Kirche schon immer erlaubt, das Priestertum zu tragen. Präsident McKay stellte klar, dass schwarze Fidschianer und australische Ureinwohner auch zum Priestertum ordiniert werden können, und führte die Missionsarbeit in diesen Gegenden ein. In Südafrika hob Präsident McKay eine frühere Richtlinie auf, nach der Priestertumsanwärter nachweisen mussten, dass ihre Vorfahren nicht aus Afrika stammten. 14

Weil den Männern schwarzafrikanischer Abstammung das Priestertum jedoch schon so lange vorenthalten worden war, glaubten die Führer der Kirche, dass eine Offenbarung von Gott notwendig sei, um die Richtlinien zu ändern. So bemühten sie sich immer wieder um Erkenntnis, was zu tun sei. Nachdem er um Führung gebetet hatte, hatte Präsident McKay nicht das Gefühl, er solle das Verbot aufheben.15

Als die Kirche in aller Welt wuchs, schien ihre allumfassende Mission, „zu allen Völkern [zu gehen und] alle Menschen zu meinen Jüngern“ zu machen 16 immer weniger vereinbar mit den Einschränkungen hinsichtlich des Priestertums und der Tempelverordnungen. Im Buch Mormon wird erklärt, dass die Evangeliumsbotschaft der Errettung „jeder Nation, jedem Geschlecht, jeder Sprache und jedem Volk“ verkündet werden solle. 17 Es waren zwar keine Grenzen hinsichtlich derer gesetzt, die der Herr einlud, durch die Taufe „an seiner Güte teilzuhaben“ 18, aber die Einschränkungen in Bezug auf das Priestertum und die Tempelverordnungen schufen erhebliche Barrieren – ein Argument, das immer deutlicher wurde, als die Kirche weltweit in Ländern mit verschiedenen und gemischten Ethnien Fuß fasste.

Brasilien stellte eine besondere Herausforderung dar. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten und Südafrika, wo der gesetzliche und verbreitete Rassismus zu völlig getrennten Gesellschaftsgruppen führte, war Brasilien auf sein offenes, integriertes und gemischtes ethnisches Erbe stolz. Im Jahr 1975 gab die Kirche bekannt, dass ein Tempel in São Paulo gebaut werden solle. Während des Tempelbaus erlebten Führer der Kirche, wie treue Mitglieder schwarzer und gemischter Abstammung sowohl finanziell als auch auf andere Weise zum Bau des São-Paulo-Tempels – einem Heiligtum, von dem sie wussten, dass sie es nach Fertigstellung nicht betreten durften – beitrugen. Ihre Opfer sowie die Bekehrung von Tausenden Mitgliedern aus Nigeria und Ghana in den Sechziger- und frühen Siebzigerjahren rührten die Führer der Kirche.19

Sie sannen über die Verheißungen nach, die von Propheten wie Brigham Young gemacht worden waren, dass schwarze Mitglieder eines Tages die Segnungen des Priestertums und des Tempels empfangen würden. Im Juni 1978 erhielten der Präsident der Kirche, Spencer W. Kimball, seine Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft und die Mitglieder des Kollegiums der Zwölf Apostel eine Offenbarung, nachdem sie „viele Stunden im Oberen Raum des [Salt-Lake-]Tempels verbracht [hatten], wo [sie] den Herrn um göttliche Führung angefleht [hatten]“. „Er hat unsere Gebete vernommen und durch Offenbarung bestätigt, dass der lang verheißene Tag gekommen ist“, gab die Erste Präsidentschaft am 8. Juni bekannt. Die Erste Präsidentschaft erklärte, dass sie sich „der Verheißungen, die von den uns vorausgegangenen Propheten und Präsidenten der Kirche gemacht worden sind“, bewusst sei und dass „alle unsere Brüder, die dazu würdig sind, das Priestertum empfangen können“ 20. Mit dieser Offenbarung wurde die Einschränkung hinsichtlich der Ordinierung zum Priestertum aufgehoben. Außerdem wurden die Segnungen des Tempels allen würdigen Heiligen der Letzten Tage, Männern wie Frauen, zugänglich gemacht. Die Aussage der Ersten Präsidentschaft hinsichtlich der Offenbarung wurde in das Buch Lehre und Bündnisse als Amtliche Erklärung – 2 aufgenommen.

Diese „Offenbarung über das Priestertum“, wie sie in der Kirche allgemein bekannt ist, war eine bedeutende Offenbarung und ein historisches Ereignis. Diejenigen, die dabei zugegen waren, beschrieben das Ereignis voller Ehrfurcht. Gordon B. Hinckley, damals ein Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel, sprach einmal darüber: „Eine ausgesprochen andächtige Atmosphäre erfüllte den Raum. Mir war es, als ob sich ein Kanal zwischen dem Thron des Himmels und dem mit seinen Brüdern vereint knienden und flehenden Propheten Gottes öffnete. … Alle Männer im Kreis erhielten durch die Macht des Heiligen Geistes dieselbe Klarheit. … Keiner von uns, der bei diesem Ereignis anwesend war, ist seitdem so wie zuvor. Auch ist die Kirche nicht mehr so wie zuvor.“ 21

Die Bekanntmachung stieß in aller Welt bei den Mitgliedern der Kirche aller ethnischen Gruppen auf eine überwältigend positive Resonanz. Viele Heilige der Letzten Tage weinten vor Freude über diese Neuigkeiten. Manche berichteten, es sei ihnen so vorgekommen, als habe man ihnen eine kollektive Last von den Schultern genommen. Umgehend wurden Männer afrikanischer Abstammung zum Priestertum ordiniert, und schwarze Männer und Frauen betraten Tempel in aller Welt. Kurz nach der Offenbarung erklärte Elder Bruce R. McConkie, ein Apostel, dass neues „Licht und Erkenntnis“ das zuvor „begrenzte Verständnis“ erweitert habe. 22

Die Kirche heute

Heute weist die Kirche die einstmals kursierenden Theorien zurück, wonach schwarze Haut ein Zeichen göttlicher Ungnade oder eines Fluchs sei oder dass sie Taten im vorirdischen Leben widerspiegle; dass Mischehen eine Sünde seien oder dass Schwarze oder Menschen, die einer anderen Rasse oder Ethnie angehören, anderen gegenüber in irgendeiner Weise minderwertig seien. Heute sprechen sich die Führer der Kirche unmissverständlich gegen allen Rassismus in der Vergangenheit und in der Gegenwart aus, in welcher Form er sich auch darstellen mag. 23

Seit jenem Tag im Jahr 1978 blickt die Kirche in die Zukunft, und die Zahl der schwarzafrikanischen, afroamerikanischen und sonstigen Mitglieder afrikanischer Abstammung wächst weiterhin schnell an. Aus den Mitgliedsscheinen geht zwar nicht hervor, welcher Rasse oder ethnischen Zugehörigkeit ein Mitglied zuzurechnen ist, aber inzwischen gehören hunderttausende Mitglieder afrikanischer Herkunft der Kirche an.

Die Kirche verkündet, dass die Erlösung durch Jesus Christus zu den von Gott bestimmten Bedingungen der gesamten Menschheit zugänglich ist. Sie bestätigt, dass Gott „nicht auf die Person sieht“ 24, und erklärt mit Nachdruck, dass jeder, der rechtschaffen ist – unabhängig von seiner Rasse – von Gott begünstigt wird. Die Lehren der Kirche in Bezug auf die Kinder Gottes kommen in einem Vers im Zweiten Buch Nephi klar zum Ausdruck: „[Der Herr] weist niemanden ab, der zu ihm kommt, schwarz und weiß, geknechtet und frei, männlich und weiblich; … alle sind vor Gott gleich, die Juden ebenso wie die Andern.“ 25

 

 

Quellen

 

 

  1. 2 Nephi 26:33; siehe auch Apostelgeschichte 10:34,35; 17:26; Römer 2:11; 10:12; Galater 3:28
  2. Um die Mitarbeit der Mitglieder der Kirche zu erleichtern, die nicht die Sprache des Landes sprechen, in dem sie leben, werden manchmal Gemeinden für Mitglieder gegründet, die dieselbe Sprache sprechen (beispielsweise Spanisch, Mandarin oder Tongaisch). In einem solchen Fall können die Mitglieder wählen, welche Gemeinde sie besuchen.
  3. Zu manchen Zeiten gab es entsprechend den örtlichen Sitten und Gesetzen getrennte Gemeinden, wie etwa in Südafrika und im Süden der USA.
  4. „An Act to Establish an Uniform Rule of Naturalization“, 1. Kongress, 2. Session, Kapitel 3, 1790
  5. Elise Lemire, „Miscegenation”: Making Race in America, University of Pennsylvania Press, Philadelphia 2002; Peggy Pascoe, What Comes Naturally: Miscegenation Law and the Making of Race in America, Oxford University Press, New York 2009; In Utah war die Mischehe zwischen 1888 und 1963 verboten. Siehe Patrick Mason, „The Prohibition of Interracial Marriage in Utah, 1888–1963“, Utah Historical Quarterly 76, Nr. 2, Frühjahr 2008, Seite 108–131
  6. Don E. Fehrenbacher, The Dred Scott Case: Its Significance in American Law and Politics, Yale University Press, New York 1978, Seite 347
  7. Plessy v. Ferguson, 163 U.S. 537, 1896; Brown v. Board of Education, 347 U.S. 483, 1954
  8. Brigham Young, Ansprachen vor der Regierung des Territoriums Utah, 23. Januar und 5. Februar 1852, Unterlagen von George D. Watt, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City, von LaJean Purcell Carruth aus Pitman-Kurzschrift übertragen; „To the Saints“, Deseret News, 3. April 1852, Seite 42
  9. In der gleichen Versammlung des Territorialparlaments, in der Brigham Young die Richtlinie zur Ordinierung zum Priestertum bekanntgab, legalisierte das Parlament auch die „Dienstbarkeit“ von Schwarzen. Brigham Young und die Gesetzgeber fassten „Dienstbarkeit“ als eine menschlichere Alternative zum Begriff „Sklaverei“ auf. Christopher B. Rich Jr., „The True Policy for Utah: Servitude, Slavery, and ‚An Act in Relation to Service‘“, Utah Historical Quarterly 80, Nr. 1, Winter 2012, Seite 54–74
  10. David M. Goldenberg, The Curse of Ham: Race and Slavery in Early Judaism, Christianity, and Islam, Princeton University Press, Princeton 2003, Seite 178–182, 360n20; Colin Kidd, The Forging of Races: Race and Scripture in the Protestant Atlantic World, 1600–2000, Cambridge University Press, Cambridge 2006
  11. Stephen R. Haynes, Noah’s Curse: The Biblical Justification of American Slavery, Oxford University Press, New York 2002
  12. Margaret Blair Young, „‚The Lord’s Blessing Was with Us‘: Jane Elizabeth Manning James, 1822–1908“, in: Richard E. Turley Jr. und Brittany A. Chapman, Hg., Women of Faith in the Latter Days, Band 2, 1821–1845, Deseret Book, Salt Lake City 2012, Seite 120–135
  13. Beispielsweise schrieb der Apostel Joseph Fielding Smith 1907, dass der Glaube, dass „die schwarze Rasse dafür verflucht wurde, weil sie in diesem großen Kampf einen neutralen Standpunkt vertreten habe“, unter den Mormonen „ziemlich weit verbreitet“ sei. Diese Meinung, räumte er ein, „stellt jedoch nicht den offiziellen Standpunkt der Kirche dar, [sie ist] lediglich die Ansicht von Menschen“. Joseph Fielding Smith an Alfred M. Nelson, 31. Januar 1907, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City
  14. Edward L. Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, BYU Studies 47, Nr. 2, Frühjahr 2008, Seite 18ff; Marjorie Newton, Southern Cross Saints: The Mormons in Australia, The Institute for Polynesian Studies, Brigham-Young-Universität Hawaii, Laie/Hawaii 1991, Seite 209f. Präsident George Albert Smith war schon vor dieser Zeit zu dem Schluss gelangt, dass sich die Einschränkung hinsichtlich des Priestertums nicht auf dunkelhäutige Philippiner bezog. Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on the Priesthood“, Seite 18f.
  15. Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 21f.
  16. Matthäus 28:19
  17. Mosia 15:28; 1 Nephi 19:17
  18. 2 Nephi 26:23,28
  19. Mark L. Grover, „Mormonism in Brazil: Religion and Dependency in Latin America“, Dissertation, Indiana University 1985, Seite 276ff. Einen persönlichen Bericht der Ereignisse in Brasilien finden Sie in Helvecio Martins und Mark Grover, The Autobiography of Elder Helvecio Martins, Aspen Books, Salt Lake City 1994, Seite 64–68; Mehr über Bekehrungen von Afrikanern erfahren Sie in E. Dale LeBaron, Hg., „All Are Alike unto God“: Fascinating Conversion Stories of African Saints, Bookcraft, Salt Lake City 1990; Pioneers in Africa: An Inspiring Story of Those Who Paved the Way, Brigham Young University Broadcasting, Provo/Utah 2003
  20. Amtliche Erklärung – 2
  21. Gordon B. Hinckley, „Priesthood Restoration“, Ensign, Oktober 1988, Seite 70, unter ensign.lds.org Die Eindrücke anderer, die in dem Raum zugegen waren, wurden in Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 zusammengetragen.
  22. Bruce R. McConkie, „All Are Alike unto God“, Symposium für Religionslehrer des Bildungswesens der Kirche, 18. August 1978; nachzulesen unter speeches.byu.edu
  23. Gordon B. Hinckley, „Mehr Freundlichkeit ist notwendig“, Liahona, Mai 2006, Seite 58–61
  24. Apostelgeschichte 10:34
  25. 2 Nephi 26:33


Die Kirche bedankt sich bei den Wissenschaftlern, die zum historischen Inhalt dieses Artikels beigetragen haben; ihre Forschungsergebnisse werden mit ihrer Erlaubnis verwendet.

 

KRITISCHE STIMMEN

Zitate von Bruce R. McConkie http://en.fairmormon.org/Criticism_of_Mormonism/Books/One_Nation_Under_Gods/Use_of_sources/Mormon_Doctrine_and_race_issues ...

Those who were less valiant in pre-existence and who thereby had certain spiritual restrictions imposed upon them during mortality are known to us as the negroes. Such spirits are sent to earth through the lineage of Cain, the mark put upon him for his rebellion against God and his murder of Abel being a black skin. (Moses 5:16-41; 7:8, 12, 22) ....

Negroes in this life are denied the priesthood; under no circumstances can they hold this delegation of authority from the Almighty. (Abra. 1:20-27).) The gospel message of salvation is not carried affirmatively to them (Moses 7:8, 12, 22), although sometimes negroes search out the truth, join the Church, and become by righteous living heirs of the celestial kingdom of heaven. President Brigham Young and others have taught that in the future eternity worthy and qualified negroes will receive the priesthood and every gospel blessing available to any man. (I>Way to Perfection, pp. 97-111).

"The present status of the negro rests purely and simply on the foundation of pre-existence....

"The negroes are not equal with other races where the receipt of certain spiritual blessings are concerned, particularly the priesthood and the temple blessings that flow therefrom, but this inequality is not of man's origin. it is the Lord's doing, is based on his eternal laws [528] of justice, and grows out of the lack of spiritual valiance of those concerned in their first estate. Certainly the negroes as children of God are entitled to equality before the law and to be treated with all the dignity and respect of any member of the human race. Many of them certainly live according to higher standards of decency and right in this life than do some of their brothers of other races, a situation that will cause judgment ot be laid 'to the line, and righteousness to the plummet' (Isa. 28:17) in the day of judgment."

Bruce R. McConkie, Mormon Doctrine, 2nd edition (4th printing, 1969) (Salt Lake City, Utah: Bookcraft, 1966), 527-528.

 

 Kritisches Video:

 

 

Mitt Romney & the Mormon Curse Upon Black People

 

 

Kommentar: Ich habe absolutes Verständis für dieses Video. Die gezeigte "Hinrichtung" sollte aber nicht der Kirche zugeschrieben werden, sondern dem Täter oder den Tätern. Ich verstehe aber natürlich die Aufforderung an die Kirche, sich für die rassistischen Äusserungen und Praktiken zu entschuldigen. Als Mitglied der Kirche entschuldige ich mich hiermit offiziell für die offensichtlichen Fehler der Vergangenheit und für die möglichen Verletzungen, die daraus resultierten. Ich wünsche mir von den offiziellen Leitungs-Personen in der Kirche, eine offizielle Entschuldigung und Richtigstellung. ...

 

... ein weiteres kritisches Video xxxxxxxxxxx

 

 

Quellen

Informationen dieses Artikels wurden teilweise aus dieser Quelle entnommen: https://www.lds.org/topics/race-and-the-priesthood?lang=deu&old=true

 

Lord, I Pray -Black Mormon Legacy 

 

 

 Nobody Knows: The Untold Story of Black Mormons (DVD Documentary)

 

 

 

 

 

 

Kritikpunkt: "Einst haben die Mormonen schwarzen Brüdern das Priestertum nicht übertragen. Ich möchte kein Mitglied in einer rassistischen Kirche sein " Interessante Gedanken dazu: (wichtige... mehr erfahren »
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Kritikpunkt: "Einst haben die Mormonen schwarzen Brüdern das Priestertum nicht übertragen. Ich möchte kein Mitglied in einer rassistischen Kirche sein "

Interessante Gedanken dazu: (wichtige Quelle dieses Artikels: https://www.lds.org/topics/race-and-the-priesthood?lang=deu&_r=1&old=true)

ALLE sind eingeladen - schwarz und weiß

In der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) sind ALLE willkommen. Der himmlische Vater schuf alle Rassen und Ethnien, da ist niemand bevorzugt.

... passende Schriftstellen:

Da tat Petrus den Mund auf und sagte: »Nun erkenne ich in Wahrheit, daß Gott nicht die Person ansieht, sondern daß in jedem Volk der, welcher ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt, ihm angenehm (oder: für ihn zur Annahme geeignet) ist. Apostegeschichte 10: 34,35 (Menge Übersetzung)

Er hat auch gemacht, daß das ganze Menschengeschlecht von einem einzigen (Stammvater) her auf der ganzen Oberfläche der Erde wohnt, und hat für sie bestimmte Zeiten ihres Bestehens und auch die Grenzen ihrer Wohnsitze festgesetzt. Apostegeschichte 17: 26 (Menge Übersetzung)

... denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person. Römer 2:11 (Menge Übersetzung)

Sagt doch die Schrift: »Keiner, der auf ihn sein Vertrauen setzt (oder: an ihn glaubt), wird zuschanden (= enttäuscht) werden. Denn hier gibt es keinen Unterschied zwischen dem Juden und dem Griechen: sie alle haben ja einen und denselben Herrn, ihn, der sich reich erweist an allen, die ihn anrufen ... Römer 10:11,12 (Menge Übersetzung)

Denn ihr alle, die ihr in (oder: für, oder: auf) Christus getauft worden seid, habt (damit) Christus angezogen. Da gibt es nun nicht mehr Juden und Griechen (= griechisch redende Heiden), nicht mehr Knechte (= Sklaven) und Freie, nicht mehr Mann und Weib: nein, ihr seid allesamt Einer (oder: eine Einheit) in Christus Jesus. Galater 3:27,28 (Menge Übersetzung)

Denn keine dieser Übeltaten kommt vom Herrn; denn er tut unter den Menschenkindern das, was gut ist; und er tut nichts, was nicht klar ist für die Menschenkinder; und er lädt sie alle ein, zu ihm zu kommen und an seiner Güte teilzuhaben; und er weist niemanden ab, der zu ihm kommt, schwarz und weiß, geknechtet und frei, männlich und weiblich; und er gedenkt der Heiden; und alle sind vor Gott gleich, die Juden ebenso wie die Andern. Buch Mormon 2. Nephi 26:33 ... die Worte Nephis ... um 559–545 v. Chr.

 

Die Realität bis 1978

Ca. von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1978 wurden Männer mit schwarzafrikanischen Vorfahren nicht zum Priestertum ordiniert. Auch die Teilnahme am Endowment und zu Siegelungen im Tempel war für schwarze Männer und Frauen nicht möglich.

Das damalige rassistische Umfeld

Um 1830 (Gründungszeit der Kirche) waren Rassentrennungen, Rassenvorurteile und Rasssenverbote, Sklavenhaltung in der Gesellschaft und in vielen christlichen Kirchen (getrennte Gemeinden) durchaus üblich und fest verankert. Heute passt dies nicht ins Bild, damals war das Ganze der "normale" Alltag.

Die Zeit von Joseph Smith

Die Kirche Jesu Christi öffnete von Anfang an jeder Person den Zugang zum Evangelium durch die Taufe und die Mitgliedschaft, unbhängig von Rasse und Herkunft. Kurz vor seinem Tod, nahm der Gründer der Kirche (Joseph Smith) eine klare Position gegen die Sklaverei ein. In der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) gab es zudem niemals eine Vorschrift zur Trennung von Gemeinden nach Rassen, es sei denn örtliche Sitten und Gesetze liesen gemischte Gemeinden nicht zu (z.B. in Südafrika oder im Süden der U.S.A.) In der Kirchen-Anfangszeit gab es einige Priestertums-Ordinierungen von schwarzen Männern. Elijah Abel war einer von ihnen. Er beteiligte sich auch an Tempelzeremonien in Kirtland (Ohio) teil und ließ sich stellvertretend für verstorbene Angehörige in Nauvoo (Illinois) taufen. Es gibt KEINE Hinweise darauf, dass während der Lebzeit von Joseph Smith schwarze Männer vom Priestertum oder von Tempelzeromonien zurück gehalten wurden.

Das offizielle Verbot

1852 verkündete Brigham Young (Präsident der Kirche nach Joseph Smith), dass Männer schwarzafrikanischer Abstammung das Priestertum nicht mehr empfangen dürfen. Präsident Young betonte jedoch auch zur gleichen Zeit durch eine Verheißung, dass schwarze Mitglieder der Kirche in der Zukunft „[alle] Vorzüge und noch mehr“ genießen würden, derer sich die übrigen Mitglieder erfreuten. Es schlossen sich danach jedoch noch Schwarze durch die Taufe und den Empfang des Heiligen Geistes der Kirche an. Die Nachfolger Brigham Youngs etablierten nach seinem Tod die Regel, dass Schwarze kein Tempel-Endowment erhalten können und nicht im Tempel heiraten dürfen.

Warum dieses Verbot?

Es gibt keine offizielle Begründung der Kirche für diese Vorgehensweise, allerdings gibt es viele spekulative Theorien (z.B. der „Fluch“ auf Kain sei die Ursache ODER "Schwarze sind im vorirdischen Kampf gegen Luzifer nicht so tapfer gewesen" ODER "das Verbot musste sein, um eine Rangfolge einzuhalten"), die jedoch nicht als offizielle Lehre gelten und auch zugebenerweise unpassend klingen. Aus heutiger Sicht ist dieser Auschluss von Schwarzen völlig unbegreiflich. Es ist auch nicht klar, ob dieses Verbot durch Offenbarung geschah, oder wegen des gesellschaftlichen und politischen Drucks (z.B. Drohungen und Gefahren).

Die Beendigung des Verbots

Ab 1940 und verstärkt ab 1950 wurden Schwarze in den Verinigten Staaten immer mehr integriert. Macnh einer könnte fragen warum die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) nicht SOFORT durch die Beendigung des Verbots auf diese Entwicklung reagierte. Die Antwort liegt wohl darin begründet, dass diese Kirche durch Offenbarung geführt wird und sich nicht unmittelbar und ohne göttliche Anweisung nach den aktuellen gesellschaftlichen Strömungen richten kann und will.

David O. McKay (der damalige Präsident der Kirche) betonte damals jedoch, dass nur Männern mit schwarzafrikanischer Abstammung kein Priestertum erhalten dürfen und das z.B. schwarze Fidschianer und australische Ureinwohner zum Priestertum ordiniert werden dürfe. Auch eröffnete David O. McKay die Missionsarbeit in diesen Gebieten. Bentont sei an dieser Stelle, dass schwarze Mitglieder aus dem Pazifikraum noch nie von der Einschränkung betroffen waren. In Südafrika beendete Präsident McKay eine Richtlinie, die Priestertumsanwärter dazu zwang, nachzuweisen, dass ihre Vorfahren nicht aus Afrika stammten.

Beim Thema Priestertums-Verbot für Männer schwarzafrikanischer Abstammung, hatten die Kirchenleiter das Gefühl, das Ganze können NUR mit vorheriger Genehmigung vom himmlischen Vater beendet werden, denn dieses Verbot bestand ja schon so lange. So eine Genehmigung konnte NUR durch eine direkte Offenbarung von Gott geschehen. Immer wieder bemühten sich die Kirchenleiter intensiv um so eine direkte Auskunft. Präsident McKay wurde allerdings zur damaligen Zeit nicht das Gefühl eingegeben, er solle das Verbot aufheben, obwohl er um Führung gebeten hatte.

Die Kirche wuchs jedoch weiter und die globlae Mission wurde immer deutlicher, ganz nach Motto aus Matthäus 28:19 "Darum gehet hin und macht alle Völker zu (meinen) Jüngern (oder: zu Schülern): tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes (Menge-Übersetzung)" So stand das Priestertums- und Tempelverbot dieser grenzenlosen Mission definitiv im Wege.

 

Das Buch Mormon sagt ja ganz klar:

Ja, und die ganze Erde wird die Errettung des Herrn sehen, sagt der Prophet; jede Nation, jedes Geschlecht, jede Sprache und jedes Volk wird gesegnet sein. Buch Mormon ... 1. Nephi 19: 17 ... um 588–570 v. Chr. ... hier zitiert Nephi den Propheten Zenos

Denn siehe, meine geliebten Brüder, ich sage euch, daß der Herr, Gott, nicht im Finstern wirkt. Siehe, hat der Herr irgend jemandem geboten, nicht an seiner Güte teilzuhaben? Siehe, ich sage euch: Nein, sondern alle Menschen genießen diesen Vorzug, der eine so wie der andere, und keinem ist es verwehrt. Buch Mormon ... 2. Nephi 26:23.28 ... um 559-545 v. Chr. ... hier spricht der Prophet Nephi zum Volk

Und nun sage ich euch, daß die Zeit kommen wird, da die Errettung des Herrn jeder Nation, jedem Geschlecht, jeder Sprache und jedem Volk verkündet wird. Buch Mormon ... Mosia 15:28 ... um 148 v. Chr. ... hier spricht der Prophet Abinadi vor König Noa und seinen Priestern.

 

Es waren zwar alle eingeladen, sich taufen zu lassen, doch die Barriere Priestertums- und Tempelverbot störte doch immer gewaltiger, je internationaler die Kirche sich etablierte.

Die Erfahrungen rund um den Tempelbau in São Paulo (Brasilien) ab 1975 gaben den leitenden Brüdern noch einmal eine Art Initial-Zündung in Richtung "Beednigung des Verbots". Brasilien war damals im Gegensatz zu den U.S.A. ein vorbildliches Land bezüglich der Integration verschiedener Rassen. Beim Tempelbau halfen auch Schwarze (finanziell und zeitlich), obwohl sie wußten, dass sie das Heiligtum nicht betreten dürfen. Dieses Erlebnis und auch die Bekehrung Tausender Menschen aus Nigeria und Ghana in den Sechziger- und frühen Siebzigerjahren, bewegten die verantwortlichen Kirchenleiter zum Nachdenken.

Über die Verheißung des Propheten Brigham Young, dass schwarze Mitglieder eines Tages die Segnungen des Priestertums und des Tempels empfangen würden, wurde wieder intensiver nachgedacht. Im Jahre 1978 war es dann soweit !!! Nach vielen Stunden des Flehens, erhielten der Präsident der Kirche, Spencer W. Kimball, seine Ratgeber und die 12 Apostel eine Offenbarung im Salt-Lake-City-Tempel.

Folgende Bekanntmachung der ersten Präsidentschaft wurde dann am 08.06.1978 übermittelt: „Er hat unsere Gebete vernommen und durch Offenbarung bestätigt, dass der lang verheißene Tag gekommen ist“. Die Erste Präsidentschaft erklärte auch, dass sie sich „der Verheißungen, die von den uns vorausgegangenen Propheten und Präsidenten der Kirche gemacht worden sind“, bewusst sei und dass „alle unsere Brüder, die dazu würdig sind, das Priestertum empfangen können“.

Diese Offenbarung machte ein Ende mit dem Verbot, Priestertum und Tempel waren nun für alle würdigen Mitglieder zugänglich.

Die Reaktion in der Welt auf die Bekanntmachung war in allen ethnischen Gruppen äusserst positiv und teilweise euphorisch. Viele Mitglieder der Kirche weinten freude-erfüllt. Einige erklärten, es wäre so gewesen, als sei ihnen eine kollektive Last von den Schultern genommen worden. Ohne Verzug wurde den würdigen Männern afrikanischer Abstammung das Priestertum übertragen und die Tempel öffneten sich weltweit für schwarze Männer und Frauen. Kurz nach der Offenbarung sagte Elder Bruce R. McConkie (Apostel), dass neues „Licht und Erkenntnis“ das zuvor „begrenzte Verständnis“ erweitert habe (Quelle: Bruce R. McConkie, „All Are Alike unto God“, Symposium für Religionslehrer des Bildungswesens der Kirche, 18. August 1978; nachzulesen unter speeches.byu.edu)

https://speeches.byu.edu/talks/bruce-r-mcconkie_alike-unto-god-2/

All Are Alike unto God Bruce R. McConkie Of the Quorum of the Twelve Apostles Aug. 18, 1978 • Devotional

I would like to say something about the new revelation relative to the priesthood going to those of all nations and races. “He [meaning Christ, who is the Lord God] inviteth them all to come unto him and partake of his goodness; and he denieth none that come unto him, black and white, bond and free, male and female; and he remembereth the heathen; and all are alike unto God, both Jew and Gentile” (2 Nephi 26:33).

These words have now taken on a new meaning. We have caught a new vision of their true significance. This also applies to a great number of other passages in the revelations. Since the Lord gave this revelation on the priesthood, our understanding of many passages has expanded. Many of us never imagined or supposed that they had the extensive and broad meaning that they do have.

I shall give you a few impressions relative to what has happened, and then attempt—if properly guided by the Spirit—to indicate to you the great significance that this event has in the Church, in the world, and where the rolling forth of the great gospel is concerned.

The gospel goes to various peoples and nations on a priority basis. We were commanded in the early days of this dispensation to preach the gospel to every nation, kindred, tongue, and people. Our revelations talk about its going to every creature. There was, of course, no possible way for us to do all of this in the beginning days of our dispensation, nor can we now, in the full sense.

And so, guided by inspiration, we began to go from one nation and one culture to another. Someday, in the providences of the Lord, we shall get into Red China and Russia and the Middle East, and so on, until eventually the gospel will have been preached everywhere, to all people; and this will occur before the Second Coming of the Son of Man.

Not only is the gospel to go, on a priority basis and harmonious to a divine timetable, to one nation after another, but the whole history of God’s dealings with men on earth indicates that such has been the case in the past; it has been restricted and limited where many people are concerned. For instance, in the days between Moses and Christ, the gospel went to the house of Israel, almost exclusively. By the time of Jesus, the legal administrators and prophetic associates that he had were so fully indoctrinated with the concept of having the gospel go only to the house of Israel, that they were totally unable to envision the true significance of his proclamation that after the Resurrection they should then go to all the world. They did not go to the gentile nations initially. In his own ministration, Jesus preached only to the lost sheep of the house of Israel, and had so commanded the Apostles (see Matthew 10:6).

It is true that he made few minor exceptions because of the faith and devotion of some Gentile people. There was one woman who wanted to eat the crumbs that fell from the table of the children, causing him to say, “O woman, great is thy faith” (Matthew 15:28; see also Mark 7:27–28). With some minor exceptions, the gospel in that day went exclusively to Israel. The Lord had to give Peter the vision and revelation of the sheet coming down from heaven with the unclean meat on it, following which Cornelius sent the messenger to Peter to learn what he, Cornelius, and his gentile associates should do. The Lord commanded them that the gospel go to the Gentiles; and so it was. There was about a quarter of a century, then, in New Testament times, when there were extreme difficulties among the Saints. They were weighing and evaluating, struggling with the problem of whether the gospel was to go only to the house of Israel or whether it now went to all men. Could all men come to him on an equal basis with the seed of Abraham?

There have been these problems, and the Lord has permitted them to arise. There isn’t any question about that. We do not envision the whole reason and purpose behind all of it; we can only suppose and reason that it is on the basis of our premortal devotion and faith.

You know this principle: God “hath made of one blood all nations of men for to dwell on all the face of the earth, and hath determined the times before appointed, and the bounds of their habitation; That they should seek the Lord, if haply they might feel after him, and find him” (Acts 17:26–27)—meaning that there is an appointed time for successive nations and peoples and races and cultures to be offered the saving truths of the gospel. There are nations today to whom we have not gone—notably Red China and Russia. But you can rest assured that we will fulfill the requirement of taking the gospel to those nations before the Second Coming of the Son of Man.

And I have no hesitancy whatever in saying that before the Lord comes, in all those nations we will have congregations that are stable, secure, devoted, and sound. We will have stakes of Zion. We will have people who have progressed in spiritual things to the point where they have received all of the blessings of the house of the Lord. That is the destiny.

We have revelations that tell us that the gospel is to go to every nation, kindred, tongue, and people before the Second Coming of the Son of Man. And we have revelations which recite that when the Lord comes he will find those who speak every tongue and are members of every nation and kindred, who will be kings and priests, who will live and reign on earth with him a thousand years. That means, as you know, that people from all nations will have the blessings of the house of the Lord before the Second Coming.

We have read these passages and their associated passages for many years. We have seen what the words say and have said to ourselves, “Yes, it says that, but we must read out of it the taking of the gospel and the blessings of the temple to the Negro people, because they are denied certain things.” There are statements in our literature by the early Brethren which we have interpreted to mean that the Negroes would not receive the priesthood in mortality. I have said the same things, and people write me letters and say, “You said such and such, and how is it now that we do such and such?” And all I can say to that is that it is time disbelieving people repented and got in line and believed in a living, modern prophet. Forget everything that I have said, or what President Brigham Young or President George Q. Cannon or whomsoever has said in days past that is contrary to the present revelation. We spoke with a limited understanding and without the light and knowledge that now has come into the world.

We get our truth and our light line upon line and precept upon precept. We have now had added a new flood of intelligence and light on this particular subject, and it erases all the darkness and all the views and all the thoughts of the past. They don’t matter any more.

It doesn’t make a particle of difference what anybody ever said about the Negro matter before the first day of June of this year, 1978. It is a new day and a new arrangement, and the Lord has now given the revelation that sheds light out into the world on this subject. As to any slivers of light or any particles of darkness of the past, we forget about them. We now do what meridian Israel did when the Lord said the gospel should go to the Gentiles. We forget all the statements that limited the gospel to the house of Israel, and we start going to the Gentiles.

Obviously, the Brethren have had a great anxiety and concern about this problem for a long period of time, and President Spencer W. Kimball has been exercised and has sought the Lord in faith. When we seek the Lord on a matter, with sufficient faith and devotion, he gives us an answer. You will recall that the Book of Mormon teaches that if the Apostles in Jerusalem had asked the Lord, he would have told them about the Nephites. But they didn’t ask, and they didn’t manifest that faith; and they didn’t get an answer. One underlying reason for what happened to us is that the Brethren asked in faith; they petitioned and desired and wanted an answer—President Kimball in particular. And the other underlying principle is that in the eternal providences of the Lord, the time had come for extending the gospel to a race and a culture to whom it had previously been denied, at least as far as all of its blessings are concerned. So it was a matter of faith and righteousness and seeking on the one hand, and it was a matter of the divine timetable on the other hand. The time had arrived when the gospel, with all its blessings and obligations, should go to the Negro.

Well, in that setting, on the first day of June in this year, 1978, the First Presidency and the Twelve, after full discussion of the proposition and all the premises and principles that are involved, importuned the Lord for a revelation. President Kimball was mouth, and he prayed with great faith and great fervor; this was one of those occasions when an inspired prayer was offered. You know the Doctrine and Covenants statement, that if we pray by the power of the Spirit we will receive answers to our prayers and it will be given us what we shall ask (see D&C 50:30). It was given President Kimball what he should ask. He prayed by the power of the Spirit, and there was perfect unity, total and complete harmony, between the Presidency and the Twelve on the issue involved.

And when President Kimball finished his prayer, the Lord gave a revelation by the power of the Holy Ghost. Revelation primarily comes by the power of the Holy Ghost. Always that member of the Godhead is involved. But most revelations, from the beginning to now, have come in that way. There have been revelations given in various ways on other occasions. The Father and the Son appeared in the Sacred Grove. Moroni, an angel from heaven, came relative to instructing the Prophet in the affairs that were destined to occur in this dispensation. There have been visions, notably the vision of the degrees of glory. There may be an infinite number of ways that God can ordain that revelations come. But, primarily, revelation comes by the power of the Holy Ghost. The principle is set forth in the Doctrine and Covenants, section 68, that whatever the elders of the Church speak, when moved upon by the power of the Holy Ghost, shall be scripture, shall be the mind and will and voice of the Lord.

On this occasion, because of the importuning and the faith, and because the hour and the time had arrived, the Lord in his providences poured out the Holy Ghost upon the First Presidency and the Twelve in a miraculous and marvelous manner, beyond anything that any then present had ever experienced. The revelation came to the president of the Church; it also came to each individual present. There were ten members of the Council of the Twelve and three of the First Presidency there assembled. The result was that President Kimball knew, and each one of us knew, independent of any other person, by direct and personal revelation to us, that the time had now come to extend the gospel and all its blessings and all its obligations, including the priesthood and the blessings of the house of the Lord, to those of every nation, culture, and race, including the black race. There was no question whatsoever as to what happened or as to the word and message that came.

The revelation came to the president of the Church and, in harmony with Church government, was announced by him; the announcement was made eight days later over the signature of the First Presidency. But in this instance, in addition to the revelation coming to the man who would announce it to the Church and to the world, and who was sustained as the mouthpiece of God on earth, the revelation came to every member of the body that I have named. They all knew it in the temple.

In my judgment this was done by the Lord in this way because it was a revelation of such tremendous significance and import; one which would reverse the whole direction of the Church, procedurally and administratively; one which would affect the living and the dead; one which would affect the total relationship that we have with the world; one, I say, of such significance that the Lord wanted independent witnesses who could bear record that the thing had happened.

Now if President Kimball had received the revelation and had asked for a sustaining vote, obviously he would have received it and the revelation would have been announced. But the Lord chose this other course, in my judgment, because of the tremendous import and the eternal significance of what was being revealed. This affects our missionary work and all of our preaching to the world. This affects our genealogical research and all of our temple ordinances. This affects what is going on in the spirit world, because the gospel is preached in the spirit world preparatory to men’s receiving the vicarious ordinances which make them heirs to salvation and exaltation. This is a revelation of tremendous significance.

The vision of the degrees of glory begins by saying, “Hear, O ye heavens, and give ear, O earth” (D&C 76:1). In other words, in that revelation the Lord was announcing truth to heaven and to earth because those principles of salvation operate on both sides of the veil; and salvation is administered to an extent here to men, and it is administered to another extent in the spirit world. We correlate and combine our activities and do certain things for the salvation of men while we are in mortality, and then certain things are done for the salvation of men while they are in the spirit world awaiting the day of the Resurrection.

Well, once again a revelation was given that affects this sphere of activity and the sphere that is to come. And so it had tremendous significance; the eternal import was such that it came in the way it did. The Lord could have sent messengers from the other side to deliver it, but he did not. He gave the revelation by the power of the Holy Ghost. Latter-day Saints have a complex: many of them desire to magnify and build upon what has occurred, and they delight to think of miraculous things. And maybe some of them would like to believe that the Lord himself was there, or that the Prophet Joseph Smith came to deliver the revelation (see Time, 7 August 1978, p. 55), which was one of the possibilities. Well, these things did not happen. The stories that go around to the contrary are not factual or realistic or true, and you as teachers in the Church Educational System will be in a position to explain and to tell your students that this thing came by the power of the Holy Ghost, and that all the Brethren involved, the thirteen who were present, are independent personal witnesses of the truth and divinity of what occurred.

There is no way to describe in language what is involved. This cannot be done. You are familiar with Book of Mormon references where the account says that no tongue could tell and no pen could write what was involved in the experience and that it had to be felt by the power of the Spirit. This was one of those occasions. To carnal people who do not understand the operating of the Holy Spirit of God upon the souls of man, this may sound like gibberish or jargon or uncertainty or ambiguity; but to those who are enlightened by the power of the Spirit and who have themselves felt its power, it will have a ring of veracity and truth, and they will know of its verity. I cannot describe in words what happened; I can only say that it happened and that it can be known and understood only by the feeling that can come into the heart of man. You cannot describe a testimony to someone. No one can really know what a testimony is—the feeling and the joy and the rejoicing and the happiness that comes into the heart of man when he gets one—except another person who has received a testimony. Some things can be known only by revelation, “The things of God knoweth no man, but the Spirit of God” (1 Corinthians 2:11).

This is a brief explanation of what was involved in this new revelation. I think I can add that it is one of the signs of the times. It is something that had to occur before the Second Coming. It was something that was mandatory and imperative in order to enable us to fulfill all of the revelations that are involved, in order to spread the gospel in the way that the scriptures say it must spread before the Lord comes, in order for all of the blessings to come to all of the people, according to the promises. It is one of the signs of the times. This revelation which came on the first day of June was reaffirmed by the spirit of inspiration one week later on June 8, when the Brethren approved the document that was to be announced to the world. And then it was reaffirmed the next day, on Friday, June 9, with all of the General Authorities present in the temple, that is, all who were available. All received the assurance and witness and confirmation by the power of the Spirit that what had occurred was the mind, the will, the intent, and the purpose of the Lord.

Well, this is a glorious day. This is a wondrous thing; the veil is thin. The Lord is not far distant from his church. He is not far removed.

President Kimball is a man of almost infinite spiritual capacity—a tremendous spiritual giant. The Lord has magnified him beyond any understanding or expression and has given him His mind and His will on a great number of vital matters which have altered the course of the past—one of which is the organization of the First Quorum of the Seventy. As you know, the Church is being guided and led by the power of the Holy Ghost, and the Lord’s hand is in it. There is no question whatever about that. And we are doing the right thing where this matter is concerned.

There has been a tremendous feeling of gratitude and thanksgiving in the hearts of members of the Church everywhere, with isolated exceptions. There are individuals who are out of harmony on this and on plural marriage and on other doctrines, but for all general purposes there has been universal acceptance; and everyone who has been in tune with the Spirit has known that the Lord spoke, and that his mind and his purposes are being manifest to the course the Church is pursuing. We have already called our first Negro elder. He has been assigned to serve in the Florida Fort Lauderdale Mission. We have already called our first Negro sister, assigned to the Brazil Rio de Janeiro Mission. This race and culture now is going to be one with us in bearing the burdens of the kingdom.

We talk about the scriptures being unfolded—read over again the parable of the laborers in the vineyard (see Matthew 20) and remind yourselves that those who labor through the heat of the day for twelve hours are going to be rewarded the same as those who came in at the third and the sixth and the eleventh hours. Well, it is the eleventh hour; it is the Saturday night of time. In this eleventh hour the Lord has given the blessings of the gospel to the last group of laborers in the vineyard. And when he metes out his rewards, when he makes his payments, according to the accounts and the scriptural statements, he will give the penny to all, whether it is for one hour or twelve hours of work. All are alike unto God, black and white, bond and free, male and female.

Quelle: https://speeches.byu.edu/talks/bruce-r-mcconkie_alike-unto-god-2/

 

So beschreiben Anwesende diese Offenbarung Linkquelle: http://scholarsarchive.byu.edu/byuusq/vol47/iss2/1 :

Gordon B. Hinckley (Quelle: Gordon B. Hinckley, „Priesthood Restoration“, Ensign, Oktober 1988, Seite 70 und Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 ): "Die Erfahrung war unbeschreiblich, wunderbar, sehr persönlich und brachte große Einigkeit und Sicherheit, dass die Änderung eine göttliche Offenbarung ist". „Eine ausgesprochen andächtige Atmosphäre erfüllte den Raum. Mir war es, als ob sich ein Kanal zwischen dem Thron des Himmels und dem knie-enden und flehenden Propheten Gottes öffnete. Durch die Macht des Heiligen Geistes wurde dem Propheten die Gewißheit vermittelt, dass die Sache für die er betetet bestätigt wird, nämlich dass die Zeit gekommen sei … Es ereigneten sich kein windtypisches Brausen und es zeigten sich auch keine Feuerzungen, wie beim Pfingstereignis, aber die Stimme des Geistes flüsterte mit Klarheit in unsere Geister und Seelen. Es war für uns (zumindest für mich), so wie es sicher für Enos bei seinem bemerkenswerten Gebets-Erlebnis gewesen ist, als die Stimme des Herrn an seinen Sinn erging (siehe Enos 1: 5, 10). Keiner von uns, der bei diesem Ereignis anwesend war, ist seitdem so wie zuvor. Auch ist die Kirche nicht mehr so wie zuvor.“

David B. Haight (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Tate, David B. Haight Seite 280 und David B. Haight "This Work is true" Ensign Mai 1996 Seite 26): "Der Geist berührte unser aller Herz auf die gleiche Weise mit der gleichen Botschaft. Jeder von uns war Zeuge eines überweltlichen himmlischen Ereignis ... Ich war anwesend, als das Ausströmen des Geistes in diesem Raum so stark war, dass keiner von uns danach etwas sagen konnte. Wir gingen alle schweigend zurück in unsere Büros. Niemand von uns konnte reden, wegen der himmlisch-geistigen Erfahrung".

Marvin J. Ashton (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Breck England, Elder Marvin J. Ashton Ensign Juli 1986 Seite 16): "Es war die intensivste geistige Wirkung, die ich jemals gefühlt habe".

Elder Packer (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Arrington Diary June 19, 1978, quoting Gill Warner, who confirmed the statement to the author in interview, September 25, 2000): "Während des Gebetes wurde allen Anwesenden bewusst, welche Entscheidung getroffen werden musste".

Ezra Taft Benson (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Sheri L. Dew, Ezra Taft Benson: A Biography ... Salt Lake City: Deseret Book, 1987, Seite 457 und McConkie, "New Revelation", Seite 128, quotes Ezra Taft Benson): "Nach dem Gebet erlebten wir den süßesten Geist der Einigkeit und Überzeugung, den ich je erlebt habe. Unser Inneres brannte wegen der Richtigkeit der Entscheidung, die wir getroffen hatten". "Ich habe niemals etwas von solcher geistigen Größe und Kraft erlebt". "Jeder von uns fühlte diese kraftvolle gesitige Erfahrung, die uns bestätigte, dass die von Präsident Kimball vorgelegte Entscheidung durch Offenbarung zustande kam".

Howard W. Hunter (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Eleanor Knowles, Howard W. Hunter ... Salt Lake City: Deseret Book, 1994, Seite 235-236, quoting his journal): "Nach dem Gebet äusserten sich manche bezüglich der gemeinsamen Erfahrung inetwa folgendermaßen: selten, wenn nicht nie, gab es größere Einstimmigkeit im Kollegium."

Elder Perry (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Perry, interview Spencer later said, "Endlich hatten wir das Gefühl, den Eindruck vom Herrn, der uns diese klar vermittelte, dass dies der Weg sei, das Evangelium universal und allen würdigen Menschen zugänglich zu machen" ... Kimball remarks Johannesburg, October 23, 1978, from Cardall recording in Kimball Papers "Aber diese Offenbarung und Zusicherung erreichte mich so eindeutig, dass diesbezüglich keine Faregen offen blieben" Susan Turley ... The Legacy, Latter Day Sentinel, November 16, 1985 ... Seite 32; Avant, "President Kimball Says Revelation was clear" ... Seite 15): "Ich glaube nicht, dass wir seit Joseph Smith eine Präsidenten hatten, der bestrebter war, den Herrn anzuflehen und dann empfänglich zu sein. Uns war klar, er hat den Willen des Herrn empfangen."

David B. Haight (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Tate, David B. Haight ... Seite 280): Als der Prophet sich von seinen Knien erhob, wandte er sich zunächst an Elder Haight, dem neuseten Apostel. Die beiden umarnten sich. Elder Haight konnte Präsident Kimball`s Herzschlag fühlen und spürte seine emotionale Erregung. Der Präsident umarmte dann jeden im Kreis.

Elder Perry (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Perry, interview): Andere umarmten sich auch spontan. Spencer interpretierte die Reaktion als den Beweis dafür, dass die Brüder ihn selbst und die Änderung akzeptierten ... "Es war so, als würde eine große Last genommen. Er war fast sprachlos. Er konnte seine Freude kaum fassen. Es wurde nicht gesprochen und es musste nichts gesprochen werden. Wir spürten die Antwort. die Entscheidung war getroffen. Es war ein massives Einigkeits-Gefühl zwischen uns vorhanden. Die Erleichterung, dass es vorbei war etablierte sich. Gespräche mit anderen Aposteln ergaben, dass die anderen das Gleiche empfanden. Ich glaube nicht, dass die Zwölf danach die Gleichen blieben. Es war eines dieser einmaligen Lebens-Erfahrungen."

Präsident Spencer W. Kimball (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und Avant, ... President Kimball says Revelation was clear, Seite 15; Spencer W. Kimbal, interview): "Ich empfand einen überwätigenden Geist dort, eine rasende Flut der Einigkeit, so, wie wir sie noch nie zuvor erlebt hatten". Und er wusste, dass die völlig ausreichende Antwort erhalten wurde. Die Brüder drückten während des Geschehens ihre Begeisterung aus. Präsident Kimball war angesichts der Gefühlstiefe äusserst zufrieden. Sie fühlten sich wegen der Entscheidung und dem Resultat sehr erleichtert. Sie hatten sich nach dieser Möglichkeit gesehnt, mussten aber die Konfirmation durch den Geist abwarten, um ihre Sache sicher zu sein. Nach ihrer Erfahrung, die so heilig war, dass niemand darüber diskutierte und die beim Nachdenken darüber zu Tränen rühren konnte, standen alle Männer entschlossen da, um die Sache zu unterstützen.

Elder McConkie (Quelle: Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 und McConkie, ... New Revelation, Seite 134; Mc Conkie, --- Receipt of the Revelation, Seite 10-11): "Dies geschah durch den Herrn in dieser Weise, weil es sich um eine Offenbarung von enormer Bedeutung und Wichtigkeit handelt; eine Offenbarung, die die gesamte Kirchenregie auf arbeitstechnischer und administrativer Ebene umgestaltet; eine Offenbarung, die die Lebenden und Verstorbenen betrifft; eine Offenbarung, die die gesamte Beziehung der Kirche zur Welt beeinflusst; eine Offenbarung ... von solcher Wichtigkeit, dass der Herr unabhängige Zeugen aktivierte, die die Richtigkeit des Ganzen bezeugen konnten".

 

Hier ist die amtliche Erklärung zur Aufhebung der Priestertums- und Tempelbeschränkungen für Schwarze (Quelle: https://www.lds.org/scriptures/dc-testament/od/2?lang=deu) Lehre und Bündnisse "Amtliche Erklärung 2":

AMTLICHE ERKLÄRUNG — 2

An alle, die es betrifft: Auf der 148. Herbst-Generalkonferenz der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage trug Präsident N. Eldon Tanner, Erster Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft der Kirche, am 30. September 1978 folgendes vor:

Anfang Juni dieses Jahres hat die Erste Präsidentschaft bekanntgegeben, Präsident Spencer W. Kimball habe eine Offenbarung empfangen, daß die Segnungen des Priestertums und des Tempels allen würdigen männlichen Mitgliedern der Kirche zugänglich gemacht werden. Präsident Kimball hat mich gebeten, der Konferenz zur Kenntnis zu bringen, daß er nach dem Empfang dieser Offenbarung, die ihm nach langem Nachsinnen und Beten in den heiligen Räumen des heiligen Tempels zuteil wurde, sie seinen Ratgebern vorgelegt hat, die sie angenommen und gutgeheißen haben. Danach wurde sie dem Kollegium der Zwölf Apostel vorgelegt, das sie einstimmig gutgeheißen hat, und anschließend wurde sie allen übrigen Generalautoritäten vorgelegt, und diese haben sie gleichermaßen einstimmig gutgeheißen.

Präsident Kimball hat mich gebeten, nun diesen Brief zu verlesen: 8. Juni 1978

An alle allgemeinen und örtlichen Priestertumsbeamten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage auf der ganzen Welt

Liebe Brüder! Wir erleben mit, wie sich das Werk des Herrn über die Erde ausbreitet, und sind sehr dankbar dafür, daß Menschen in vielen Ländern für die Botschaft des wiederhergestellten Evangeliums empfänglich gewesen sind und sich in ständig wachsender Zahl der Kirche angeschlossen haben. Dies wiederum hat in uns den Wunsch geweckt, alle Rechte und Segnungen, die das Evangelium bietet, jedem würdigen Mitglied der Kirche zugänglich zu machen.

In Anbetracht der Verheißungen, die von den uns vorausgegangenen Propheten und Präsidenten der Kirche gemacht worden sind, daß zu einer bestimmten Zeit in Gottes ewigem Plan alle unsere Brüder, die dazu würdig sind, das Priestertum empfangen können, und angesichts der Glaubenstreue derjenigen, denen das Priestertum vorenthalten war, haben wir uns lange und ernsthaft für diese unsere getreuen Brüder eingesetzt und viele Stunden im Oberen Raum des Tempels verbracht, wo wir den Herrn um göttliche Führung angefleht haben.

Er hat unsere Gebete vernommen und hat durch Offenbarung bestätigt, daß der langverheißene Tag gekommen ist, wo jeder glaubenstreue, würdige Mann in der Kirche das heilige Priestertum, samt der Macht, dessen göttliche Vollmacht auszuüben, empfangen und sich mit seiner Familie sämtlicher Segnungen erfreuen darf, die sich daraus ergeben, einschließlich der Segnungen des Tempels. Demnach können alle würdigen männlichen Mitglieder der Kirche ohne Rücksicht auf Rasse oder Hautfarbe zum Priestertum ordiniert werden. Die Priestertumsführer sind angewiesen, sich an die Bestimmungen zu halten, wonach mit allen Anwärtern auf die Ordinierung zum Aaronischen oder zum Melchisedekischen Priestertum eine eingehende Unterredung zu führen ist, um zu gewährleisten, daß sie den festgesetzten Anforderungen der Würdigkeit entsprechen.

Wir verkünden feierlich, daß der Herr nunmehr seinen Willen kundgetan hat, zum Segen all seiner Kinder überall auf der Erde, die auf die Stimme seiner bevollmächtigten Knechte hören und sich bereitmachen, jede Segnung des Evangeliums zu empfangen.

In Aufrichtigkeit

Spencer W. Kimball
N. Eldon Tanner
Marion G. Romney

Die Erste Präsidentschaft

Wir anerkennen Spencer W. Kimball als den Propheten, Seher und Offenbarer sowie Präsidenten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage; darum wird vorgeschlagen, daß wir als konstituierende Versammlung diese Offenbarung als das Wort und den Willen des Herrn annehmen. Wer dem zustimmt, zeige es bitte durch das Heben der rechten Hand. Falls jemand dagegen ist, zeige er es auf die gleiche Weise.

Der vorstehende Antrag wurde einstimmig bejaht und angenommen.
Salt Lake City, Utah, den 30. September 1978.

 

Video: Offenbarung zum Priestertum akzeptiert, Kirchenbeamte anerkannt.

 

 

 

Youtube Video: Black Mormon Speaks Candidly About LDS, Race, Past Priesthood Restriction

 

 

FAIR MORMON ... Pod Cast "History of Blacks and the LDS Church" ...

 

FAIR MORMON ... No Johnny-Come-Lately: The 182-Year-Long BLACK Mormon Moment Darius Gray...

 

 

FAIR MORMON ... Blacks and the Priesthood - Interview with Max Mueller - Fair Mormon Podcast...

 

 

FAIR MORMON ... How to condemn Racism ans still call Brigham Young a Prophet...

 

 

Die Kirche heute ...

Heute weist die Kirche die einstmals kursierenden Theorien zurück, wonach schwarze Haut ein Zeichen göttlicher Ungnade oder eines Fluchs sei oder dass sie Taten im vorirdischen Leben widerspiegle; dass Mischehen eine Sünde seien oder dass Schwarze oder Menschen, die einer anderen Rasse oder Ethnie angehören, anderen gegenüber in irgendeiner Weise minderwertig seien. Heute sprechen sich die Führer der Kirche unmissverständlich gegen allen Rassismus in der Vergangenheit und in der Gegenwart aus, in welcher Form er sich auch darstellen mag. 23

Seit jenem Tag im Jahr 1978 blickt die Kirche in die Zukunft, und die Zahl der schwarzafrikanischen, afroamerikanischen und sonstigen Mitglieder afrikanischer Abstammung wächst weiterhin schnell an. Aus den Mitgliedsscheinen geht zwar nicht hervor, welcher Rasse oder ethnischen Zugehörigkeit ein Mitglied zuzurechnen ist, aber inzwischen gehören hunderttausende Mitglieder afrikanischer Herkunft der Kirche an.

Die Kirche verkündet, dass die Erlösung durch Jesus Christus zu den von Gott bestimmten Bedingungen der gesamten Menschheit zugänglich ist. Sie bestätigt, dass Gott „nicht auf die Person sieht“ 24  und erklärt mit Nachdruck, dass jeder, der rechtschaffen ist – unabhängig von seiner Rasse – von Gott begünstigt wird. Die Lehren der Kirche in Bezug auf die Kinder Gottes kommen in einem Vers im Zweiten Buch Nephi klar zum Ausdruck: „[Der Herr] weist niemanden ab, der zu ihm kommt, schwarz und weiß, geknechtet und frei, männlich und weiblich; … alle sind vor Gott gleich, die Juden ebenso wie die Andern.

 

 

 

 

 

Eine gewisse Entschuldigungs-Bereitschaft ist in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) erkennbar, denn die rassistischen Theorien der Vergangenheit und rassistisches Verhalten werden heute abgelehnt. Dies zeigt u.a. folgendes Zitat von Gordon B. Hinckley aus seiner Ansprache "Mehr Freundlichkeit ist notwendig"
(Quelle: https://www.lds.org/liahona/2006/05/22.p9,11?lang=deu)

Der Rassismus zeigt längst wieder sein hässliches Gesicht. Mir wurde mitgeteilt, dass Rassismus sogar unter uns zu finden ist. Ich kann nicht begreifen, wie das möglich ist. Es schien mir so, als hätten wir uns alle über die Offenbarung gefreut, die Präsident Kimball 1978 erhielt. Ich war damals dort im Tempel. Für mich und meine Gefährten bestand kein Zweifel daran, dass diese Offenbarung der Sinn und der Wille des Herrn war. Nun wird mir berichtet, dass rassistische Beleidigungen und Verunglimpfungen manchmal in unserer Mitte zu hören sind. Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass jemand, der sich abfällig über Menschen anderer Hautfarbe äußert, sich nicht als wahren Jünger Christi bezeichnen kann. Noch kann er von sich behaupten, im Einklang mit den Lehren der Kirche Christi zu sein. Wie kann ein Mann, der das Melchisedekische Priestertum trägt, so anmaßend sein und meinen, er sei des Priestertums würdig, während ein anderer, der rechtschaffen lebt, dessen Hautfarbe jedoch anders ist, unwürdig sei? Solange ich der Ersten Präsidentschaft angehöre, habe ich immer wieder auf die Vielfalt in unserer Gesellschaft hingewiesen und darüber gesprochen. Wir sind von dieser Vielfalt umgeben und müssen uns bemühen, ihr Raum zu geben. Machen wir uns bewusst, dass jeder von uns ein Sohn oder eine Tochter unseres himmlischen Vaters ist, der alle seine Kinder liebt. Brüder, es gibt absolut keine Grundlage für Rassismus im Priestertum dieser Kirche. Falls mir jemand zuhört, der zu rassistischem Verhalten neigt, dann soll er vor den Herrn treten, um Vergebung bitten und davon lassen.

 

Auch auf der offiziellen Kirchen-Website werden Klarstellungen bezüglich der rassistischen Zeiten in der Kirche veröffentlicht: https://www.lds.org/topics/race-and-the-priesthood?lang=deu&old=true

Rassenzugehörigkeit und Priestertum

In der Theorie wie in der gelebten Religion der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage findet die gesamte Menschheit ihren Platz. In den heiligen Schriften und in den Lehren der Heiligen der Letzten Tage wird bestätigt, dass Gott alle seine Kinder liebt und ihnen allen ermöglicht, errettet zu werden. Gott hat all die verschiedenen Rassen und Ethnien geschaffen und achtet sie alle gleichermaßen. Im Buch Mormon wird es so ausgedrückt: „Alle sind vor Gott gleich.“ 1

Die Struktur und Organisation der Kirche fördert das Zusammensein verschiedener Rassen. Die Heiligen der Letzten Tage besuchen die Versammlungen der örtlichen Gemeinde, in deren geografischem Gebiet sie wohnen. Auf diese Weise spiegelt sich grundsätzlich die ethnische, wirtschaftliche und demografische Zusammensetzung der Bevölkerung einer bestimmten Gegend in den Gemeinden der Kirche Jesu Christi wider.2 Auch die verschiedenen ehrenamtlichen Aufgaben in der Gemeinde erleichtern das Miteinander. So kann es sein, dass ein schwarzer Bischof über eine größtenteils weiße Gemeinde präsidiert oder dass eine Frau aus Lateinamerika zusammen mit einer Asiatin Familien verschiedenster Herkunft besucht. Mitglieder der Kirche, die verschiedenen Rassen und Ethnien angehören, besuchen einander regelmäßig zuhause und sind Seite an Seite als Lehrer, Jugendführer und in vielen anderen Aufgaben in ihrer Gemeinde vor Ort tätig. Dadurch ist es möglich, dass sich Angehörige jeder beliebigen Rasse in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zuhause fühlen.

Auch wenn es heute gang und gäbe ist, wurden Männer mit schwarzafrikanischen Vorfahren in der Kirche lange Zeit – von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1978 – nicht zum Priestertum ordiniert. Schwarze Männer und Frauen durften auch nicht das Endowment im Tempel empfangen oder an Siegelungen teilnehmen.

Als die Kirche 1830 gegründet wurde, herrschte in den Vereinigten Staaten eine strikte Rassentrennung. Damals waren viele Menschen afrikanischer Abstammung Sklaven, und es war unter den weißen Amerikanern nicht nur verbreitet, sondern landesüblich, dass man ethnische Unterschiede machte und Vorurteile hatte. Diese Gegebenheiten empfindet man heute als ungewöhnlich und verstörend. Damals aber wirkten sie sich auf alle Lebensbereiche aus, auch auf die Religion. In vielen christlichen Kirchen wurden die Mitglieder seinerzeit beispielsweise nach Rassen getrennt. Seit den Anfangstagen der Kirche Jesu Christi konnten sich Menschen jeder Rasse und Herkunft taufen lassen und Mitglied werden. Gegen Ende seines Lebens sprach sich der Gründer der Kirche, Joseph Smith, offen gegen die Sklaverei aus. In der ganzen Kirche hat es niemals eine Richtlinie gegeben, nach der getrennte Gemeinden vorgeschrieben gewesen wären.3

In den ersten zwanzig Jahren nach der Gründung der Kirche wurden ein paar schwarze Männer zum Priestertum ordiniert. Einer dieser Männer, Elijah Abel, nahm auch an den Tempelzeremonien in Kirtland in Ohio teil und ließ sich später stellvertretend für verstorbene Angehörige in Nauvoo in Illinois taufen. Es gibt keinen Beweis dafür, dass zu Joseph Smiths Lebzeiten einem schwarzen Mann das Priestertum verwehrt wurde.

1852 gab Präsident Brigham Young öffentlich bekannt, dass Männer schwarzafrikanischer Abstammung nicht mehr zum Priestertum ordiniert werden könnten. Allerdings gab es aber auch danach noch Schwarze, die sich der Kirche anschlossen, indem sie sich taufen ließen und die Gabe des Heiligen Geistes empfingen. Nach Brigham Youngs Tod legten dessen Nachfolger im Präsidentenamt fest, dass Schwarze nicht das Endowment im Tempel empfangen oder im Tempel heiraten konnten. Im Laufe der Zeit vertraten sowohl Führer der Kirche als auch Mitglieder diverse Theorien darüber, warum Schwarze nicht das Priestertum oder die heiligen Handlungen des Tempels empfangen durften. Keine dieser Erklärungen wird heute als offizielle Lehre der Kirche anerkannt.

Die Kirche in der von Rassenfragen geprägten amerikanischen Kultur

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wurde inmitten einer Kultur wiederhergestellt, in der Rassenfragen viel Streit auslösten und den Weißen große Vorzüge eingeräumt wurden. Im Jahr 1790 beschränkte der Kongress der Vereinigten Staaten die Staatsangehörigkeit auf „freie weiße Person[en]“. 4 In den nächsten fünfzig Jahren führten ethnische Streitfragen zu einer Teilung des Landes – während Sklavenhaltung im ländlicheren Süden legal war, wurde sie im urbanisierteren Norden schließlich verboten. Dennoch war Rassendiskriminierung sowohl im Norden als auch im Süden weit verbreitet, und in vielen Staaten wurden Gesetze verabschiedet, die die Mischehe zwischen Menschen verschiedener Rassen verboten. 5 Im Jahr 1857 erklärte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten, dass die Rechte der Schwarzen „von den Weißen nicht anerkannt“ 6 werden müssten. Eine Generation nach dem Bürgerkrieg (1861–1865), der zum Ende der Sklaverei in den Vereinigten Staaten geführt hatte, entschied der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten, dass „getrennte, aber gleiche“ Einrichtungen für Schwarze und Weiße verfassungsmäßig waren. Mit diesem Beschluss wurde eine Vielzahl von Barrieren legalisiert, die es in der Öffentlichkeit aufgrund der Hautfarbe gab. Er wurde erst 1954 aufgehoben.7

1850 richtete der Kongress der Vereinigten Staaten das Territorium Utah ein, und der Präsident der USA ernannte Brigham Young zum Gouverneur. Mitglieder aus dem Süden, die sich der Kirche angeschlossen hatten und mit ihren Sklaven nach Utah gezogen waren, warfen die Frage auf, ob die Sklaverei im Territorium legal sei. In zwei Reden, die er im Januar und Februar 1852 vor dem Parlament des Territoriums Utah hielt, verkündete Brigham Young eine Richtlinie, nach der Männer schwarzafrikanischer Herkunft nicht zum Priestertum ordiniert werden durften. Zur gleichen Zeit sagte Präsident Young, dass schwarze Mitglieder der Kirche zu einem künftigen Zeitpunkt „[alle] Vorzüge und noch mehr“ genießen würden, derer sich die übrigen Mitglieder erfreuten. 8

Die Begründungen für diese Einschränkung spiegelten die weit verbreitete Ansicht wider, dass Schwarze minderwertig seien. Diese Vorstellung war auch Grundlage dafür gewesen, dass die „Dienstbarkeit“ Schwarzer im Territorium Utah legalisiert werden solle. 9 Einer Meinung zufolge, die mindestens seit der Zeit um 1730 in den Vereinigten Staaten kursierte, stammten alle Schwarzen vom biblischen Kain ab, der seinen Bruder Abel erschlagen hatte. 10 Diejenigen, die diese Ansicht übernahmen, glaubten, dass Gottes „Fluch“ auf Kain die dunkle Haut sei. Manchmal wurde die Dienstbarkeit Schwarzer auch mit einem zweiten Fluch begründet. Dieser war Noachs Enkel Kanaan infolge von Hams Taktlosigkeit gegenüber seinem Vater auferlegt worden. 11 Die Sklaverei war zwar kein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor in Utah und wurde schon bald abgeschafft, aber das Verbot hinsichtlich der Ordinierung zum Priestertum blieb bestehen.

Aufhebung des Verbots

Selbst nach 1852 trugen mindestens zwei schwarze Mitglieder der Kirche weiterhin das Priestertum. Als einer dieser Männer, Elijah Abel, 1879 darum bat, sein Endowment im Tempel zu empfangen, wurde sein Anliegen abgelehnt. Jane Manning James, eine glaubenstreue Schwarze, die die Prärie überquert hatte und bis zu ihrem Tod 1908 in Salt Lake City lebte, bat ebenfalls darum, in den Tempel gehen zu dürfen. Ihr wurde erlaubt, für ihre Vorfahren Taufen für Verstorbene vorzunehmen, aber sie durfte nicht an den anderen heiligen Handlungen teilnehmen. 12 Die Einschränkungen hinsichtlich des Priestertums und der Tempelverordnungen wurden oft mit dem Fluch auf Kain gerechtfertigt. Um die Jahrhundertwende verbreitete sich eine weitere Erklärung: Es wurde behauptet, Schwarze seien im vorirdischen Kampf gegen Luzifer nicht so tapfer gewesen und dürften deshalb nicht das Priestertum und die Tempelsegnungen empfangen.13

Ende der 40er Jahre sowie in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts fand die ethnische Integration in den Vereinigten Staaten größere Verbreitung. Der damalige Präsident der Kirche, David O. McKay, hob hervor, dass die Einschränkung nur für Männer schwarzafrikanischer Abstammung gelte. Mitgliedern aus dem Pazifikraum hatte die Kirche schon immer erlaubt, das Priestertum zu tragen. Präsident McKay stellte klar, dass schwarze Fidschianer und australische Ureinwohner auch zum Priestertum ordiniert werden können, und führte die Missionsarbeit in diesen Gegenden ein. In Südafrika hob Präsident McKay eine frühere Richtlinie auf, nach der Priestertumsanwärter nachweisen mussten, dass ihre Vorfahren nicht aus Afrika stammten. 14

Weil den Männern schwarzafrikanischer Abstammung das Priestertum jedoch schon so lange vorenthalten worden war, glaubten die Führer der Kirche, dass eine Offenbarung von Gott notwendig sei, um die Richtlinien zu ändern. So bemühten sie sich immer wieder um Erkenntnis, was zu tun sei. Nachdem er um Führung gebetet hatte, hatte Präsident McKay nicht das Gefühl, er solle das Verbot aufheben.15

Als die Kirche in aller Welt wuchs, schien ihre allumfassende Mission, „zu allen Völkern [zu gehen und] alle Menschen zu meinen Jüngern“ zu machen 16 immer weniger vereinbar mit den Einschränkungen hinsichtlich des Priestertums und der Tempelverordnungen. Im Buch Mormon wird erklärt, dass die Evangeliumsbotschaft der Errettung „jeder Nation, jedem Geschlecht, jeder Sprache und jedem Volk“ verkündet werden solle. 17 Es waren zwar keine Grenzen hinsichtlich derer gesetzt, die der Herr einlud, durch die Taufe „an seiner Güte teilzuhaben“ 18, aber die Einschränkungen in Bezug auf das Priestertum und die Tempelverordnungen schufen erhebliche Barrieren – ein Argument, das immer deutlicher wurde, als die Kirche weltweit in Ländern mit verschiedenen und gemischten Ethnien Fuß fasste.

Brasilien stellte eine besondere Herausforderung dar. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten und Südafrika, wo der gesetzliche und verbreitete Rassismus zu völlig getrennten Gesellschaftsgruppen führte, war Brasilien auf sein offenes, integriertes und gemischtes ethnisches Erbe stolz. Im Jahr 1975 gab die Kirche bekannt, dass ein Tempel in São Paulo gebaut werden solle. Während des Tempelbaus erlebten Führer der Kirche, wie treue Mitglieder schwarzer und gemischter Abstammung sowohl finanziell als auch auf andere Weise zum Bau des São-Paulo-Tempels – einem Heiligtum, von dem sie wussten, dass sie es nach Fertigstellung nicht betreten durften – beitrugen. Ihre Opfer sowie die Bekehrung von Tausenden Mitgliedern aus Nigeria und Ghana in den Sechziger- und frühen Siebzigerjahren rührten die Führer der Kirche.19

Sie sannen über die Verheißungen nach, die von Propheten wie Brigham Young gemacht worden waren, dass schwarze Mitglieder eines Tages die Segnungen des Priestertums und des Tempels empfangen würden. Im Juni 1978 erhielten der Präsident der Kirche, Spencer W. Kimball, seine Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft und die Mitglieder des Kollegiums der Zwölf Apostel eine Offenbarung, nachdem sie „viele Stunden im Oberen Raum des [Salt-Lake-]Tempels verbracht [hatten], wo [sie] den Herrn um göttliche Führung angefleht [hatten]“. „Er hat unsere Gebete vernommen und durch Offenbarung bestätigt, dass der lang verheißene Tag gekommen ist“, gab die Erste Präsidentschaft am 8. Juni bekannt. Die Erste Präsidentschaft erklärte, dass sie sich „der Verheißungen, die von den uns vorausgegangenen Propheten und Präsidenten der Kirche gemacht worden sind“, bewusst sei und dass „alle unsere Brüder, die dazu würdig sind, das Priestertum empfangen können“ 20. Mit dieser Offenbarung wurde die Einschränkung hinsichtlich der Ordinierung zum Priestertum aufgehoben. Außerdem wurden die Segnungen des Tempels allen würdigen Heiligen der Letzten Tage, Männern wie Frauen, zugänglich gemacht. Die Aussage der Ersten Präsidentschaft hinsichtlich der Offenbarung wurde in das Buch Lehre und Bündnisse als Amtliche Erklärung – 2 aufgenommen.

Diese „Offenbarung über das Priestertum“, wie sie in der Kirche allgemein bekannt ist, war eine bedeutende Offenbarung und ein historisches Ereignis. Diejenigen, die dabei zugegen waren, beschrieben das Ereignis voller Ehrfurcht. Gordon B. Hinckley, damals ein Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel, sprach einmal darüber: „Eine ausgesprochen andächtige Atmosphäre erfüllte den Raum. Mir war es, als ob sich ein Kanal zwischen dem Thron des Himmels und dem mit seinen Brüdern vereint knienden und flehenden Propheten Gottes öffnete. … Alle Männer im Kreis erhielten durch die Macht des Heiligen Geistes dieselbe Klarheit. … Keiner von uns, der bei diesem Ereignis anwesend war, ist seitdem so wie zuvor. Auch ist die Kirche nicht mehr so wie zuvor.“ 21

Die Bekanntmachung stieß in aller Welt bei den Mitgliedern der Kirche aller ethnischen Gruppen auf eine überwältigend positive Resonanz. Viele Heilige der Letzten Tage weinten vor Freude über diese Neuigkeiten. Manche berichteten, es sei ihnen so vorgekommen, als habe man ihnen eine kollektive Last von den Schultern genommen. Umgehend wurden Männer afrikanischer Abstammung zum Priestertum ordiniert, und schwarze Männer und Frauen betraten Tempel in aller Welt. Kurz nach der Offenbarung erklärte Elder Bruce R. McConkie, ein Apostel, dass neues „Licht und Erkenntnis“ das zuvor „begrenzte Verständnis“ erweitert habe. 22

Die Kirche heute

Heute weist die Kirche die einstmals kursierenden Theorien zurück, wonach schwarze Haut ein Zeichen göttlicher Ungnade oder eines Fluchs sei oder dass sie Taten im vorirdischen Leben widerspiegle; dass Mischehen eine Sünde seien oder dass Schwarze oder Menschen, die einer anderen Rasse oder Ethnie angehören, anderen gegenüber in irgendeiner Weise minderwertig seien. Heute sprechen sich die Führer der Kirche unmissverständlich gegen allen Rassismus in der Vergangenheit und in der Gegenwart aus, in welcher Form er sich auch darstellen mag. 23

Seit jenem Tag im Jahr 1978 blickt die Kirche in die Zukunft, und die Zahl der schwarzafrikanischen, afroamerikanischen und sonstigen Mitglieder afrikanischer Abstammung wächst weiterhin schnell an. Aus den Mitgliedsscheinen geht zwar nicht hervor, welcher Rasse oder ethnischen Zugehörigkeit ein Mitglied zuzurechnen ist, aber inzwischen gehören hunderttausende Mitglieder afrikanischer Herkunft der Kirche an.

Die Kirche verkündet, dass die Erlösung durch Jesus Christus zu den von Gott bestimmten Bedingungen der gesamten Menschheit zugänglich ist. Sie bestätigt, dass Gott „nicht auf die Person sieht“ 24, und erklärt mit Nachdruck, dass jeder, der rechtschaffen ist – unabhängig von seiner Rasse – von Gott begünstigt wird. Die Lehren der Kirche in Bezug auf die Kinder Gottes kommen in einem Vers im Zweiten Buch Nephi klar zum Ausdruck: „[Der Herr] weist niemanden ab, der zu ihm kommt, schwarz und weiß, geknechtet und frei, männlich und weiblich; … alle sind vor Gott gleich, die Juden ebenso wie die Andern.“ 25

 

 

Quellen

 

 

  1. 2 Nephi 26:33; siehe auch Apostelgeschichte 10:34,35; 17:26; Römer 2:11; 10:12; Galater 3:28
  2. Um die Mitarbeit der Mitglieder der Kirche zu erleichtern, die nicht die Sprache des Landes sprechen, in dem sie leben, werden manchmal Gemeinden für Mitglieder gegründet, die dieselbe Sprache sprechen (beispielsweise Spanisch, Mandarin oder Tongaisch). In einem solchen Fall können die Mitglieder wählen, welche Gemeinde sie besuchen.
  3. Zu manchen Zeiten gab es entsprechend den örtlichen Sitten und Gesetzen getrennte Gemeinden, wie etwa in Südafrika und im Süden der USA.
  4. „An Act to Establish an Uniform Rule of Naturalization“, 1. Kongress, 2. Session, Kapitel 3, 1790
  5. Elise Lemire, „Miscegenation”: Making Race in America, University of Pennsylvania Press, Philadelphia 2002; Peggy Pascoe, What Comes Naturally: Miscegenation Law and the Making of Race in America, Oxford University Press, New York 2009; In Utah war die Mischehe zwischen 1888 und 1963 verboten. Siehe Patrick Mason, „The Prohibition of Interracial Marriage in Utah, 1888–1963“, Utah Historical Quarterly 76, Nr. 2, Frühjahr 2008, Seite 108–131
  6. Don E. Fehrenbacher, The Dred Scott Case: Its Significance in American Law and Politics, Yale University Press, New York 1978, Seite 347
  7. Plessy v. Ferguson, 163 U.S. 537, 1896; Brown v. Board of Education, 347 U.S. 483, 1954
  8. Brigham Young, Ansprachen vor der Regierung des Territoriums Utah, 23. Januar und 5. Februar 1852, Unterlagen von George D. Watt, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City, von LaJean Purcell Carruth aus Pitman-Kurzschrift übertragen; „To the Saints“, Deseret News, 3. April 1852, Seite 42
  9. In der gleichen Versammlung des Territorialparlaments, in der Brigham Young die Richtlinie zur Ordinierung zum Priestertum bekanntgab, legalisierte das Parlament auch die „Dienstbarkeit“ von Schwarzen. Brigham Young und die Gesetzgeber fassten „Dienstbarkeit“ als eine menschlichere Alternative zum Begriff „Sklaverei“ auf. Christopher B. Rich Jr., „The True Policy for Utah: Servitude, Slavery, and ‚An Act in Relation to Service‘“, Utah Historical Quarterly 80, Nr. 1, Winter 2012, Seite 54–74
  10. David M. Goldenberg, The Curse of Ham: Race and Slavery in Early Judaism, Christianity, and Islam, Princeton University Press, Princeton 2003, Seite 178–182, 360n20; Colin Kidd, The Forging of Races: Race and Scripture in the Protestant Atlantic World, 1600–2000, Cambridge University Press, Cambridge 2006
  11. Stephen R. Haynes, Noah’s Curse: The Biblical Justification of American Slavery, Oxford University Press, New York 2002
  12. Margaret Blair Young, „‚The Lord’s Blessing Was with Us‘: Jane Elizabeth Manning James, 1822–1908“, in: Richard E. Turley Jr. und Brittany A. Chapman, Hg., Women of Faith in the Latter Days, Band 2, 1821–1845, Deseret Book, Salt Lake City 2012, Seite 120–135
  13. Beispielsweise schrieb der Apostel Joseph Fielding Smith 1907, dass der Glaube, dass „die schwarze Rasse dafür verflucht wurde, weil sie in diesem großen Kampf einen neutralen Standpunkt vertreten habe“, unter den Mormonen „ziemlich weit verbreitet“ sei. Diese Meinung, räumte er ein, „stellt jedoch nicht den offiziellen Standpunkt der Kirche dar, [sie ist] lediglich die Ansicht von Menschen“. Joseph Fielding Smith an Alfred M. Nelson, 31. Januar 1907, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City
  14. Edward L. Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, BYU Studies 47, Nr. 2, Frühjahr 2008, Seite 18ff; Marjorie Newton, Southern Cross Saints: The Mormons in Australia, The Institute for Polynesian Studies, Brigham-Young-Universität Hawaii, Laie/Hawaii 1991, Seite 209f. Präsident George Albert Smith war schon vor dieser Zeit zu dem Schluss gelangt, dass sich die Einschränkung hinsichtlich des Priestertums nicht auf dunkelhäutige Philippiner bezog. Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on the Priesthood“, Seite 18f.
  15. Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 21f.
  16. Matthäus 28:19
  17. Mosia 15:28; 1 Nephi 19:17
  18. 2 Nephi 26:23,28
  19. Mark L. Grover, „Mormonism in Brazil: Religion and Dependency in Latin America“, Dissertation, Indiana University 1985, Seite 276ff. Einen persönlichen Bericht der Ereignisse in Brasilien finden Sie in Helvecio Martins und Mark Grover, The Autobiography of Elder Helvecio Martins, Aspen Books, Salt Lake City 1994, Seite 64–68; Mehr über Bekehrungen von Afrikanern erfahren Sie in E. Dale LeBaron, Hg., „All Are Alike unto God“: Fascinating Conversion Stories of African Saints, Bookcraft, Salt Lake City 1990; Pioneers in Africa: An Inspiring Story of Those Who Paved the Way, Brigham Young University Broadcasting, Provo/Utah 2003
  20. Amtliche Erklärung – 2
  21. Gordon B. Hinckley, „Priesthood Restoration“, Ensign, Oktober 1988, Seite 70, unter ensign.lds.org Die Eindrücke anderer, die in dem Raum zugegen waren, wurden in Kimball, „Spencer W. Kimball and the Revelation on Priesthood“, Seite 54–59 zusammengetragen.
  22. Bruce R. McConkie, „All Are Alike unto God“, Symposium für Religionslehrer des Bildungswesens der Kirche, 18. August 1978; nachzulesen unter speeches.byu.edu
  23. Gordon B. Hinckley, „Mehr Freundlichkeit ist notwendig“, Liahona, Mai 2006, Seite 58–61
  24. Apostelgeschichte 10:34
  25. 2 Nephi 26:33


Die Kirche bedankt sich bei den Wissenschaftlern, die zum historischen Inhalt dieses Artikels beigetragen haben; ihre Forschungsergebnisse werden mit ihrer Erlaubnis verwendet.

 

KRITISCHE STIMMEN

Zitate von Bruce R. McConkie http://en.fairmormon.org/Criticism_of_Mormonism/Books/One_Nation_Under_Gods/Use_of_sources/Mormon_Doctrine_and_race_issues ...

Those who were less valiant in pre-existence and who thereby had certain spiritual restrictions imposed upon them during mortality are known to us as the negroes. Such spirits are sent to earth through the lineage of Cain, the mark put upon him for his rebellion against God and his murder of Abel being a black skin. (Moses 5:16-41; 7:8, 12, 22) ....

Negroes in this life are denied the priesthood; under no circumstances can they hold this delegation of authority from the Almighty. (Abra. 1:20-27).) The gospel message of salvation is not carried affirmatively to them (Moses 7:8, 12, 22), although sometimes negroes search out the truth, join the Church, and become by righteous living heirs of the celestial kingdom of heaven. President Brigham Young and others have taught that in the future eternity worthy and qualified negroes will receive the priesthood and every gospel blessing available to any man. (I>Way to Perfection, pp. 97-111).

"The present status of the negro rests purely and simply on the foundation of pre-existence....

"The negroes are not equal with other races where the receipt of certain spiritual blessings are concerned, particularly the priesthood and the temple blessings that flow therefrom, but this inequality is not of man's origin. it is the Lord's doing, is based on his eternal laws [528] of justice, and grows out of the lack of spiritual valiance of those concerned in their first estate. Certainly the negroes as children of God are entitled to equality before the law and to be treated with all the dignity and respect of any member of the human race. Many of them certainly live according to higher standards of decency and right in this life than do some of their brothers of other races, a situation that will cause judgment ot be laid 'to the line, and righteousness to the plummet' (Isa. 28:17) in the day of judgment."

Bruce R. McConkie, Mormon Doctrine, 2nd edition (4th printing, 1969) (Salt Lake City, Utah: Bookcraft, 1966), 527-528.

 

 Kritisches Video:

 

 

Mitt Romney & the Mormon Curse Upon Black People

 

 

Kommentar: Ich habe absolutes Verständis für dieses Video. Die gezeigte "Hinrichtung" sollte aber nicht der Kirche zugeschrieben werden, sondern dem Täter oder den Tätern. Ich verstehe aber natürlich die Aufforderung an die Kirche, sich für die rassistischen Äusserungen und Praktiken zu entschuldigen. Als Mitglied der Kirche entschuldige ich mich hiermit offiziell für die offensichtlichen Fehler der Vergangenheit und für die möglichen Verletzungen, die daraus resultierten. Ich wünsche mir von den offiziellen Leitungs-Personen in der Kirche, eine offizielle Entschuldigung und Richtigstellung. ...

 

... ein weiteres kritisches Video xxxxxxxxxxx

 

 

Quellen

Informationen dieses Artikels wurden teilweise aus dieser Quelle entnommen: https://www.lds.org/topics/race-and-the-priesthood?lang=deu&old=true

 

Lord, I Pray -Black Mormon Legacy 

 

 

 Nobody Knows: The Untold Story of Black Mormons (DVD Documentary)

 

 

 

 

 

 

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